Netzneutralität vor dem Aus

Nachdem die Telekom bereits einige Zeit unbehelligt ihre StreamOn-Tarife anbietet, zieht Vodafone mit seinem Angebot Pass nach. Beiden gemein ist die Bevorzugung von Internet-Dienstleistern, die entsprechende Abkommen eingegangen sind. Deren Datenverbrauch wird nicht mehr auf das im Vertrag inkludierte Übertragungsvolumen angerechnet. Nutzer sind dann natürlich geneigt eben diese Webdienste zu besuchen und der Rest guckt in die Röhre. Als zuständige Behörde prüft die Bundesnetzagentur (BNA) noch immer StreamOn – seit Monaten. Stuft die BNA das Angebot als rechtswidrig ein, werden Telekom und Vodafone es mit Sicherheit nicht ohne Murren vom Markt nehmen, eher dürften jahrelange Prozesse folgen. Umso mehr wäre die Politik gefragt, aber die hat nach der desaströsen Bundestagswahl ganz andere Sorgen. Schlimm ist, dass in Deutschland jeder digitale Zug verpasst wurde. Die Problematik hätte längst geregelt sein können, nein, müssen. Je länger eine Regelung auf sich warten lässt, umso schwieriger wird es werden das Rad zurück zu drehen. Gerade wo jetzt der zweite Anbieter einsteigt, wird die Nutzerschaft wachsen. Das größte Unternehmen, Telefonica, wird dem Treiben nicht untätig zusehen. Um den Anschluss nicht zu verpassen muss man dort Aktiv werden. Damit dürfte das Kind in den Brunnen gefallen sein. Ohne schmerzhafte Blessuren wird man dieses Thema nicht beenden können. Es ist ein selbstverschuldetes Debakel. Auf ganzer Linie versagt, um es mal deutlich beim Namen zu nennen.

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