Politischer Daten(kl)gau

Natürlich gönne ich es den feinen Damen und Herren Politikern, dass sie mal am eigene Leibe zu spüren bekommen, was für Versager sie sind. “Wer nicht hören will, muss fühlen”, macht zum Glück nicht vor der Prominenz halt, auch wenn die sich als etwas Besseres behandelt wissen will. Gerade Politiker sind überzeugt, dass alleine ihr Status sie automatisch vor Gefahren schützt, denen das popelige Volk ausgeliefert ist.

Schon lange und immer wieder weisen kompetente Stellen und Personen auf unzulängliche Gesetzgebung und den verheerenden Einfluss der Wirtschaftslobbyisten hin. Von Politikern ernten sie dafür nur ein müdes Lächeln. Jetzt, wo sie es am eigenen Leib erfahren, besteht zumindest die Hoffnung, dass sie sich den bisher ignorierten Argumentationen interessierter zuwenden. Sofern sie bei der aktuellen Hysterie nicht ihren letzten Funken Verstand verlieren.

Die Datenskandale bei Facebook waren gerade gut genug, um mit geschwellter Brust ein bisschen aufgeplusterten Aktionismus zu demonstrieren. Wirklich Durchdachtes ist bis jetzt nicht herausgekommen. Daten müssen geschützt werden! Dass Nutzer zu phlegmatisch sind und die Tragweite nicht begreifen, muss als Ansporn dienen. Vor allem muss ein Irrweg dringend verlassen werden:

Daten sind KEINE Währung!

In erster Linie geht es gar nicht um Verschlüsselung, sondern um das massenhafte Tracking und Sammeln von Nutzerinformationen. Die fadenscheinigen Argumentationsketten der Wirtschaft müssen endlich an der Wurzel gekappt werden. Selbst eindimensionale Politikerhirne dürften registrieren, wie sich die Wirtschaft die Taschen ungeniert vollstopft und deren ständiges Gejammer einstudiertes Schauspiel ist.

Die DSGVO ist ja ein ganz netter Ansatz, aber wie üblich viel zu weichgespült und inkonsequent. Beim halbwegs ernsthaften Schritt ePrivacy gewinnt bereits die Angst vor der Wirtschaftskeule die Übermacht und führt zum linkischen Einknicken. Stattdessen wird mit dem LSR Versagern unter die Arme gegriffen und mit der Verlegerbeteiligung den Urhebern kräftig in den Arsch getreten.

Ob dieser Abgriff nun von “Rechts” erfolgte, ist grundsätzlich völlig unerheblich. Aber wie es aussieht, wird sich eben auf diesen Umstand konzentriert und damit von allem anderen abgelenkt. Typisches Politiker Gehabe eben … und dann wundern die sich über die Wahlergebnisse und sind immer zutiefst bestürzt. Affektierte Scheinheilige.

Mehr Lektüre: