WordPress bändigen

Bevor ich mich ausgiebig dem neuen WordPress 5.0, insbesondere hier natürlich dem vermeintlich revolutionären neuen Editor “Gutenberg” als erlösender Heilsbringer widme, zwei hilfreiche Funktionen, um die drohenden Unsäglichkeiten zu bändigen. Die functions.php des verwendeten Themas ergänzt man um folgende Zeilen:

// Blockt Gutenberg Editor und Funktionen
add_filter('use_block_editor_for_post', '__return_false');

// Blendet WP-Update Hinweis aus
add_filter( 'pre_site_transient_update_core', create_function( '$a', "return null;" ) );

Ob der erste Eintrag funktioniert, kann ich nicht überprüfen, weil dazu natürlich das Vorhandensein des neuen Editors nötig ist, was bei mir nicht der Fall ist. Allerdings treten auch keine Fehler auf, weshalb ich den Aufruf vorsorglich aktiviert lasse.

Wer nun wie ich erst mal bei WordPress Version 4.98 bleiben will, wird von dem nervigen Aktualisierungshinweis im Verwaltungsbereich verfolgt. Diesen deaktiviert der zweite Aufruf. Bei all meinen Blogs funktioniert dies ohne fehlerhafte Begleiterscheinungen.

Zum Glück finden sich auch unter den Plugin Entwicklern unzufriedene Nutzer, die für uns weniger beflissene Programmierer ihr Können zur Verfügung stellen. Besonders umfangreich, mit steigenden Installationen und sehr guter Bewertung ist Disable Gutenberg (Deutsch | Englisch). Das Plugin kann auch “vorsorglich” installiert werden, es tut dann einfach nichts, wenn es Gutenberg nicht findet.

Ein weiteres Plugin hat ein etwas irreführenden Titel. Als Classic Editor Addon (Deutsch | Englisch) suggeriert es, lediglich ein Zusatz zum Classic Editor Plugin zu sein. Das beschreibt zwar seine Aufgabe selbst, macht aber wenig deutlich, dass es zudem den Classic Editor eigenständig herunterlädt und installiert. Dieses braucht also im Vorwege nicht durchgeführt zu werden. Das Addon entfernt dann die vorhandenen Links für einen Wechsel zu Gutenberg. Gerade wenn man nicht alleine im Blog aktiv ist oder für Kunden betreibt, eine hilfreiche Maßnahme, um unvorsichtige oder neugierige Klicks zu vermeiden. Hierbei sollte aber unbedingt beachtet werden, dass der Classic Editor von den WordPress Machern selbst verfügbar gemacht wird. Es kann davon ausgegangen werden, dass dieser nur für eine Übergangs-Gewöhnungs-Phase angeboten wird. Was dann passiert, ist völlig offen. Mir ist das zu suspekt und unsicher, denn wenn ich sehe, mit was die Nutzergemeinde hier gegängelt werden soll, ist eine Neuorientierung ratsam. Sollte ich es bis dahin benötigen, tendiere ich allerdings zum Erstgenannten.

An dieser Stelle will ich auch noch mal daran erinnern, dass WordPress eine schlimme Datenkrake für dessen dahinter stehende Entwicklerfirma automattic ist. Vor alles das bequeme Jetpack Plugin-Paket und das mit jeder WordPress Version standardmäßig mitgelieferte Akismet-Plugin. Die Fütterung der Google Datensammelmaschinerie durch das Laden von deren Schriften, darf natürlich ebenfalls nicht unterschlagen werden.

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