Extrakt 01-2019

1. Rumänien

Armseligkeit auf ganzer Linie in höchster Vollendung. So eine klägliche Vorstellung sieht zwar Juncker ähnlich, sägt aber massiv am Ansehen der EU. Angesichts ihres angeschlagenen Zustands, sind die getätigten Äußerungen schwere Geschütze in den Händen der Gegner. Senile Politiker beweisen immer wieder ihr haltloses Agieren, weshalb endlich über eine Altersgrenze von maximal 70 Jahren nachgedacht werden sollte.

Schickt ein Trainer einen Spieler mit den Worten aufs Feld, “du taugst zwar nichts, aber ich muss dich jetzt einsetzen”, wird der entweder den Versagensankündigungen gerecht oder straft alle Lügen und wächst über sich hinaus. Nun ist die EU kein Spielplatz, mal sehen, wie sich Rumänien schlagen wird. Viel schlimmer als zuletzt mit Österreich kann es kaum werden.

Rumänien: Was Juncker nicht sagt (Lost in EUrope)

2. Haushaltsstreitigkeiten

Ob nun Griechenland, Italien, selbst Frankreich oder eben auch die USA, lautet das eintönige Mantra weltweit, der Staat müsse Schulden machen. Nur Defizite kommen der Wirtschaft zugute. Nachvollziehbar verstärken Unternehmen diesen Singsang, wo sie nur können. Bekanntlich stopfen die sich ungeniert die Taschen voll, beteiligen sich im Gegenzug aber nicht an gesellschaftlichen Verpflichtungen. Mögen Ökonomen ebenso monoton herunter beten, dass Defizite ein Segen sind, geriert sich am Ende alles zum niveaulosem Schmierentheater – albern, aber nicht zum Lachen.

3. Der grünen Lunge geht es an den Kragen

Brasilien macht menschliche Abgründe gesellschaftsfähig. Nicht, dass sie die einzigen sind, aber in ihrer Extremität liegen sie weit vorne. Und natürlich sind wir Mitschuldig! Es ist schon zum Verzweifeln, dass nicht begriffen wird, wie unsere Einkäufe im Supermarkt dafür mitverantwortlich sind. Stumpfsinnige Brasilianer, für den Schaden, den ihr jetzt anrichtet, werden euch eure Nachkommen ewige Verdammnis wünschen.

Bolsonaro übergibt Regenwaldschutz an Agrar-Lobbyistin (Klima Reporter)

4. Bittere Pillen

Eigentlich sollte einen das mit unzähligen Metastasen durchzogene Krankheitssystem nicht mehr überraschen. Mit Krankheit lässt sich eben reichlich Geld verdienen. Die Debatten über Personalmangel lenken derzeit vorzüglich davon ab, dass im Hintergrund viel mehr im Argen liegt. Da ist es doch sehr beruhigend, dass dem Gesundheitsministerium ein kompetenter Macher vorsteht. Ich weiß, Zynismus macht die Zustände nicht erträglicher.

Die Million-Euro-Medikamente kommen (Heise)

5. #sagenwasist

Fällt da den Presseverlagen ihre Konstruktion aus Einsparungen, Preisdruck, Ausbeutung in Verbindung mit überbordender Arroganz auf die Füße? Richtig so! Die vierte Gewalt beschädigt sich selber. Vielleicht helfen ein paar Sitzungen beim Psychiater, wieder in die Spur zu finden. Mit ein bisschen in der Ecke schämen, ist der angerichtete Systemfehler nicht mal eben ausgemerzt. Aber bei denen spiegelt sich selbst in der Selbstreflektion noch das Wolkenkuckucksheim. Snobistischen Gigolos kratzt so schnell Nichts die künstliche Kruste ab.

Der Fall Relotius mag in seinem Umfang hervorstechen, grundsätzlich aber kein unübliches Prozedere symbolisieren. Deswegen lese ich schon geraume Zeit nicht mehr diese selbstherrlichen “Qualitäts”-Presseerzeugnisse und drücke mit Tüttelchen die vermeintliche Qualität aus, auch wenn dies orthografisch vielleicht Kindisch ist, finde ich es gerade deswegen treffend.

Hatte der Fall Relotius System? (Der Tagesspiegel)

6. Scheinheiliges Affentheater

Wahrscheinlich ist kein aufwendiger Hack für die entfleuchten Daten der Prominenz verantwortlich, sondern eigene Schludrigkeiten. Politiker fabulieren jetzt den Weltuntergang herbei, weil sie im Schuld von sich weisen und auf andere zeigen einfach die größten sind. Die Aufdeckungen sind nun wenig spektakulär, reichten aber zum Erkenntnisgewinn aus. Man könnte manch Ungereimtheit in den politischen Forderungen der letzten Zeit entdecken, wäre man nicht einer dieser unbedarften Politiker selbst. Hach, das ist aber auch wieder alles kompliziert …

Gehackte Daten: Politiker beklagen schweren Angriff auf die Demokratie (Heise)

Alles außer AfD: Was wir über das große Datenleck wissen (Netzpolitik)

7. Das Letzte

3,8 Milliarden Euro Umsatz mit 6.600 Beschäftigten versus 7,8 Milliarden Umsatz mit 42.000 Beschäftigten.
4.260 Euro/Monat versus 9.422 Euro/Monat.

Die Zahlen stellen ungerechte Vergleiche dar oder sind unrealistisch? Dann löse ich mal auf:
ProSiebenSat1-Gruppe versus ARD
Kumuliertes Bundesdurchschnittsgehalt versus ARD

Vielleicht nehme ich meine Domain gnadenlos-abGEZockt.de doch noch in Betrieb. Trifft auch das Kürzel offiziell nicht mehr zu, wird es noch sehr lange im kollektiven Bewusstsein verankert bleiben. Der ÖRR braucht eine Reform … dringend!jetzt! Politik muss die schützenden Hände wegnehmen und die, die es bezahlen, müssen weitreichender über ihre Ausgaben bestimmen dürfen. Vor allem gehören Kosten/Nutzen und Preis/Leistung dringend überarbeitet.

Nachtrag der Vollständigkeit halber (12.01.2019): Ebenfalls bei Telepolis bekam der verlinkte Artikel einige Tage später heftigen Gegenwind. Sehr ausführlich wird dieser zerlegt und als Aufstacheln mit mutwillig, falschen Zahlen hingestellt. Am Ende der langen Verteidigung bleibt allerdings lediglich Verunsicherung übrig. Ich will mir nicht nachsagen lassen, dass ich den ersten Artikel nur zu gerne erwähnt habe, weil meine kritische Haltung bestärkt wird. Nachdem ich mich aber durch einige Kommentare gekämpft habe, bin ich nicht mehr überzeugt, ob nicht der Gegenangriff die größere Propaganda ist. Nur mal so …

ARD: Durchschnittliche Monatsvergütung von 9.400 € höher als bei DAX-Konzernen (Telepolis)

Nachtrag: Den staatlichen Rundfunk hässlich gerechnet (Telepolis) und interessante Kommentare von Mathematiker, .ANNA., Herr Grendelsen, MasterDust, Arabikus und feelfunktion.

Wochenzitat

In Zeiten globalen Betrugs gilt es als revolutionäre Tat, wenn man die Wahrheit sagt.
(George Orwell)

Mut machen

Darf’s ein bisschen Wert sein? Dann unauffällig folgen.

Vorhang

Unvollkommen, wie alles … wünsche ich trotzdem eine angenehme nächste Woche.