Extrakt 44-2018

1. Sehr sympathisches Vorbild

Facebook verkümmert das Leben, saugt es aus uns heraus, verdient eine Schweinegeld damit und lässt sich immer wieder die Daten klauen. Vom ganzen Unfug, den man auf der Plattform treiben kann oder sie gleich ganz missbraucht, mal ganz zu Schweigen. Wer dann ohne seine Zustimmung in diesem Schmutz landet und sich erfolgreich dagegen wehrt, sollte als Vorzeige Beispiel von jeder Litfaßsäule leuchten. Gut gemacht!

Friseur vs. Facebook: Netzwerk muss 50.000 Euro zahlen (Heise)

2. Schlachtfeld Brasilien

Warum diskutieren? Das ist anstrengend. Warum mit anderen über ein friedliches Miteinander streiten, wenn es auch einfacher geht? Unbequeme und widerspenstige Zeitgenossen werden erschossen und schon ist Ruhe. Bolsonaro schafft den Rahmen für seine angekündigte “Säuberung”, ohne sich selbst die Hände schmutzig machen zu müssen. Die aufgestachelte Meute erledigt das von alleine. Am besten lässt er die Menschenjagden und Exekutionen live im TV senden. “The Hunger Games”, “Running Man” oder “The Gamer” in Echt, davon träumt doch jeder Waffenschwinger.

Waffengesetz in Brasilien wird früher gelockert, Angriffe auf Aktivisten (amerika21)

3. Platzsparendes Vierrad

Na gut, “faltbar” schlägt zwar ziemlich weit am Nagel vorbei, was die Attraktivität des Gefährts keinesfalls schmälert. In Verbindung mit den flugtauglichen Konzepten, dürfte sich der Personenverkehr noch in diesem Jahrhundert in die Luft erheben. Spannend.

Startup entwickelt faltbares Elektroauto gegen Parkplatznot (Golem)

4. Merzianisierung

Sind denn alle Wahnsinnig geworden? Und natürlich halluzinieren die “Qualitäts”-Medien lautstark in der ersten Reihe. Das schlimmste, was uns passieren kann, was uns gerade noch gefehlt hat, wird derart verharmlosend angepriesen, als käme endlich der “Gordische Knoten”-Löser daher. Aber Neoliberalismus ist auch der Zuhälter der Journalistenmeute, weshalb alles zu seiner Zufriedenheit gebeugt wird – vor allem das eigene Kreuz. 19 %, ca. 15,5 Millionen Menschen, also knapp jeder Fünfte, ist von Armut betroffen. Hier, in Deutschland, mitten unter uns, in einem der reichsten Länder. Statt schonungslos darzulegen, dass Heuschrecken wie “Blackrock” erheblich zu diesem Abstieg beitragen, wird Honig um die Zusammenhänge geschmiert. Und was die Medien nicht lernen und begreifen wollen: Ständige Aufmerksamkeit und Präsenz ebnet Wege und legitimiert. Wurde schon von der AfD bewiesen, aber auf dem Ohr stellen sich die Schmierfinken taub. Merz wäre der GAU für Partei und Land. Allerdings sind die aktuellen Alternativen ebenfalls eine einzige Katastrophe. Aus dem Stegreif erscheinen mir Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther oder Kulturbeauftragte Grütters geeigneter.

Comeback in die Politik: Wer ist Friedrich Merz? (Lobby Control)

5. Endlich nicht mehr in der Wohnung verlaufen

Er saugt nicht nur vollkommen selbständig Staub, sondern kartiert nebenbei auch noch die Wohnung. Google ist dann so freundlich, uns mit seinen Ressourcen nützliche Dienste anzubieten, auf die wir schon unser Leben lang gewartet haben. Und die Daten will die Krake völlig selbstlos verwenden und bestimmt nicht für Werbung missbrauchen. Was anderes lässt sich mit den gesammelten Informationen ja auch nicht anstellen … Natürlich war es logisch, dass derartiges kommt. Wie es ebenso unvermeidlich ist, dass sich genügend Hohlköpfe dafür begeistern lassen, weil sie alles für eine zeitgemäße und natürliche Entwicklung halten, der man sich nicht verweigern kann; sonst droht ja das Mittelalter …

Google will Staubsaugerdaten von iRobot nutzen (Golem)

6. Pakistan

7. UEFA und FIFA Kloake

Mein Leben lang war ich Fußball begeistert und grundsätzlich macht mir das Zuschauen immer noch viel Freude. Doch die Geldmaschinerie, die sich gebildet hat, ist eine ekelhaft stinkende Kloake. Sämtliche Werte dieser Sportart wurden und werden aufs Schändlichste verraten. Die WM in Russland war das erste Großereignis, das ich nicht mehr geguckt habe. Champions und Europa League interessieren mich nicht mehr und kann gerne beim überteuerten Bezahlfernsehen vertrocknen. Und eine WM in Katar auszurichten, ist sowieso das Allerletzte. Vielleicht findet sich irgendwann mal jemand, der den Korruptionssumpf trocken legt und den ehrlichen und fairen Sport wiederbelebt.

PSG, Financial Fairplay und Infantinos Einsatz (Sportschau)

ManCity, Financial Fairplay und Deals nach Infantino-Art (Sportschau)

8. European Super League

Darf natürlich nicht fehlen. Keine Ahnung, ob nur mir das “zufällige” Aufeinandertreffen komisch vorkommt. Da graben die Medien den (bekannten) Schmutz bei der UEFA und FIFA um und gleichzeitig tauchen die Pläne zu einer neuen Super-Liga auf. Durch die eigene Vermarktung wird die natürlich viel sauberer sein, aber vor allem kann mehr Geld verdient werden, weil der Korruptionssumpf nicht am Leben gehalten werden muss. Manager Heidel von Schalke 04 resümierte im Interview, dass es nach der zehnten Partie Bayern gegen Barcelona langweilig werden würde. Da frag ich mich, aber jedes Jahr aufs Neue Bayern gegen Schalke nicht, oder wie? Lustig ist, wie jetzt alle am dementieren sind – gerade die, die ohne Rot zu werden, Samstags in die Kameras bezeugen, fest zu ihrem Trainer zu stehen und ihn am nächsten Tag “beurlauben”. Naja, mir ist das egal, ist nur Schade um den Sport.

9. Infiltration auf dem Geldteppich

Geld ist es völlig egal durch wessen Hände es fließt. Geld interessiert sich nicht für seine Herkunft oder Einsatz. Geld hat keine Mechanismen zur Bewertung oder Einteilung. Doch Geld macht Macht, hat Macht, mehr Macht als alle irdischen Herrscher zusammen. Es ist das größte Heiligtum. Auf seinem Rücken wiederum, lassen sich allerlei Dogmen transportieren. Geld macht abhängig, süchtig und versklavt seine Anhänger. Einzig aus der Menge am vorhandenem Geld leitet sich eine Rangordnung und Klassifizierung ab. Wer viel hat, erreicht viel. Was indirekt mit untergejubelt wird, ist dagegen ein zweischneidiges Schwert, weil sich der abhängige Empfänger unerwünschten Begleitbedingungen nicht erwehren kann. Geld stinkt zwar nicht, aber seine Verwendungen durchaus.

Scharia-Staaten kaufen sich in westliche Gesellschaften ein (Telepolis)

10. Das Letzte

Die Existenz einer Anwaltskanzlei, die Firmen dabei berät, wie sie unliebsames Personal auch unter schwierigen Bedingungen los wird, verwundert nicht. Natürlich prostituieren sich gerade Anwälte für jeglichen Darmauswurf, da dieser häufig lukrativ ist. Besteht noch kein Markt dafür, schafft man den auch gerne mal selbst. Die Schlechtigkeit des Menschen kennt kaum Grenzen und ist in dieser Hinsicht sehr fantasievoll. Im übrigen lässt sich mit Moral kein Geld verdienen.

Erlangen: Gegenwind für Schreiner + Partner (arbeitsunrecht)

Wochenzitat

Das Recht auf Dummheit wird von der Verfassung geschützt. Es gehört zur Garantie der freien Persönlichkeitsentfaltung.
(Mark Twain)

Vorhang

Unvollkommen, wie alles … wünsche ich trotzdem eine angenehme nächste Woche.