Extrakt 47-2018

1. FIFA im Angebot

Der Ausverkauf macht die FIFA zwar reich, aber zu einer leeren, nutzlosen Hülle. Weil als wirkungsloser König Regieren wenig erbauend ist, sichert sich der Möchtegern Zampano gleich einen entsprechenden Posten im neuen Reich. Schwer zu entscheiden, was schwerer wiegt, die hinterlistigen Machenschaften oder das scheinheilige bestreiten? Aber heutzutage darf man sich in diesen Kreisen wohl alles erlauben ohne mit ernsthaften Konsequenzen rechnen zu müssen. Das ist das wirklich erbärmliche daran.

Infantino unter Druck: Droht sogar ein Strafverfahren? (Sportschau)

2. XMPP-Server unter eigener Kontrolle

Der IT-Sicherheitsfachmann Mike Kuketz hat sich die Mühe gemacht – wirklich, wirklich viel Mühe – und eine (auf den ersten Blick) narrensichere Anleitung niedergeschrieben, damit man auch als Laie seinen Beitrag zu einer offenen, freien, fairen, dezentralen und sicheren Kommunikation leisten kann. Fernab jeglicher Kontrolle durch datenhungrige Unternehmen oder staatliche Überwachungsbegehren. Ja, es existiert tatsächlich Leben außerhalb von WhatsApp & Co.

ejabberd: Installation und Betrieb eines XMPP-Servers (Mike Kuketz)

3. Im Namen des Volkes

10 Jahre Gefängnis für eine Putzfrau, weil sie sich im Lebenslauf bei den Schulabschlüssen besser dargestellt hat, als es der Wahrheit entspricht. Nur, um für den Staat die Toiletten zu putzen und, was nicht so ganz unerheblich ist, in einem Land, dessen Bevölkerung durch die Erpressung Europas am sozialen Abgrund kratzt, um zu ÜBERLEBEN! Es hätten sogar 15 Jahre werden können. Ja, Gesetze müssen befolgt werden und wenn Schummelei eine Straftat ist, dann bitte. Gibt jemand vor Chirurg zu sein und schnippelt an Menschen herum, ohne je ein Studium absolviert zu haben, dann sind 10 Jahre sicher angemessen. Aber Hallo, eine Putzfrau – bleibt mal vernünftig!

Griechenland: Mit der vollen Härte des Gesetzes (Telepolis)

4. Bist du ein guter Mensch?

Wozu? Nein, ernsthaft, was soll das erreichen, bezwecken? Es produziert eine willenlose, seelenlose Armee von stumpfsinnigen Marionetten, die sich von Robotern nur dadurch unterscheiden, dass sie bluten und für Arbeit entlohnt werden wollen. Die Führungsriege muss ja wirklich unvorstellbare Komplexe haben. Ist man armselig im Kopf, hilft nur alles zu unterdrücken, damit niemand es zu hinterfragen wagt. Die Angst vor Repressalien schnürt und tötet jeden Eigensinn ab. Natürlich gefällt es den (meisten) Menschen, was bleibt ihnen denn anderes übrig? Aber es ist nicht menschlich und daher nicht lebenswert – das wird die Zeit schon zeigen.

„Social Scoring“: Ab 2020 Punktesystem für vorbildliches Verhalten in Peking (Heise)

5. Unsportliche Box Richter

Nach einem Boxkampf wegen schwerer Körperverletzung vor einem zivilen Strafgericht angeklagt zu werden, erscheint merkwürdig. Doch auch diese verabredete Prügelei beruht auf Fairness und Chancengleichheit. Wird diese mutwillig ausgehebelt, kann selbst ein Weltmeister nicht unter der Rechtskeule hinweg tauchen. Doping darf sich für niemanden auszahlen … Naja, außer man gehört zur spanischen Fußballer-Elite, heißt Sergio Ramos und kann den Mannschaftsarzt als Sündenbock in den Ring schicken.

Kör­per­ver­let­zung im Ring? (LTO)

Weltstar Ramos ein Dopingsünder? – Real-Arzt als Sündenbock (Sportschau)

6. Dünnbrettbohrer bei der Süddeutschen Zeitung

Ein Kommentar unter dem Artikel: “In die Süddeutsche würde ich noch nicht einmal Fisch einwickeln.” Wirklich keine Wunder, dass Zeitungen nach dem Leistungsschutzrecht schreien. Für deren unterirdisches Geschreibsel sollte wirklich keiner noch Geld hinterher schmeißen. Spendet es lieber Obdachlosen! Dass Whistleblower der SZ noch Leaks zuschanzen, sollten die sich langsam mal überlegen. “Mr. Dax”, Dirk Müller, dürfte mit der SZ abgeschlossen haben. Die Zeitungsbranche nährt sich nur noch von der eigenen Borniertheit und tradierter Anspruchshaltung. Von den erbrachten Leistungen könnten die nicht mehr (über)leben – ach ja, LSR …

Dirk Müller: Wenn Journalisten Rufmord begehen – Eine Fallstudie in eigener Sache (Cashkurs)

7. Das Letzte

Die Natur sprichthör ihr zu! Dich trifft und berührt es nicht direkt, aber Du entscheidest über die Zukunft – doch die scheint Dich nicht zu interessieren, weil sie Dich nicht trifft und berührt. Esel!

Wochenzitat

Die Lage ist klar, aber unübersichtlich.
(Peter Ramsauer)

Vorhang

Unvollkommen, wie alles … wünsche ich trotzdem eine angenehme nächste Woche.