Extrakt 49-2018

1. Schneckenpost

Aus dem Ufer laufende Diskrepanzen stören die Post scheinbar in keiner Weise. Miese Arbeitsbedingungen, noch miserablere Bezahlung und ausgedehnte Laufzeiten, die man sich nur erlauben kann, weil man Monopolist ist und deswegen dort auch niemanden interessieren oder berühren. Diesen Un-Service auch noch zu verteuern, ist schon dreist. Wenn die Gelder wenigstens bei den Zustellern ankommen würden, aber die landen ja in den Taschen gieriger Aktionäre. Ohne Worte.

Pressedistribution: Deutsche Post plant starke Preiserhöhung für niedrige Gewichtsklassen (DNV Online)

Die junge Welt in Gefahr! (junge Welt)

2. Mehr Aktionäre braucht das Land

… kommt aber nur den Unternehmen zugute. Otto Normalverbraucher muss sich mit dem Honig um den Mund begnügen, denn mehr als polierte Augenwischerei bleibt am Ende nicht übrig. Außer (noch) leichter gewordene Taschen. Wie schon mit der Riester-Rente, die der Privatwirtschaft ordentliche Gewinne zuschanzte, sich für die Einzahler nicht lohnt oder gar zum Minusgeschäft wird. Dass solche Vorschläge von Friedrich Merz kommen, ist nicht verwunderlich. Wir können wohl froh sein, dass er nicht zum Parteivorsitzenden der CDU gewählt wurde. Insofern vergessen wir ihn und seinen Lobbyismus schnell wieder.

3. Deutschland biegt rechts ab

Mal wieder oder schon wieder? Der ausbleibende Aufschrei nach den Enthüllungen über unsere rechtslastigen Sicherheitsbehörden verwundert nicht wirklich. Weder, dass sich die Bevölkerung aufregt, noch die fehlende Ausschlachtung in den Medien. Gerade unsere “Qualitäts”-Presse grölt inzwischen lieber Seite an Seite mit dem rechten Flügel. Das ist so schön populistisch und belebt den eintönig gewordenen Alltag. Prekariat und Nationalismus wächst … Hallo Sumpf, wir kommen!

Rechts, zwo, drei (neues deutschland)

Bleibt „Schattenarmee“ im Dunkeln? (Telepolis)

4. Mörderisches Unternehmen

Dem schweizerischen Chemiekonzern wurde jetzt richterlich bestätigt ein Mörder zu sein. Gut so. Obgleich jeder ahnt und überzeugt ist, dass gerade die wirtschaftlich stärkeren Unternehmen reichlich Dreck am Stecken haben, ist ein offizieller Beleg schon eine richtige Hausnummer. Mag in diesem Fall die Beteiligung scheinbar nur indirekt sein, zieht am Ende Syngenta den größten Vorteil und Nutzen daraus, dass unangenehme Gegner jetzt für immer Schweigen.
Aber neben diesen eindeutigen Vorfall leben Widerständler in Latein- und Südamerika gefährlich. Wenn Regierungen inoffiziell menschliche “Hindernisse” beseitigen lassen, sind in der Regel wirtschaftliche Interessen der Hauptantrieb hierfür. Ganz allgemein bekommen wir aus den Regionen viel zu wenig mit, obwohl dort katastrophale Umstände, Vorgänge und Verhältnisse herrschen.

Syngenta-Konzern wegen Mordes an MST-Aktivist in Brasilien schuldig gesprochen (amerika 21)

Chile: Getöteter Mapuche war im Visier der Behörden, vier Polizisten in Haft (amerika 21)

5. Radmesser

Nee, keine neuartige Waffe, hat aber mit Gefahr zu tun. Insbesondere als Großstädter ist mit dem Fahrrad unterwegs sein, ein gefährliches Unterfangen. Dem Tagesspiegel reichte der gefühlsmäßige Eindruck nicht mehr und ließ es nun handfest überprüfen und belegen. Gut so. Ob sich was ändern wird? Solange unsere Auto-Hörigkeit besteht, wohl eher weniger. Aber wer weiß, wenn es einem so unter die Nase gerieben wird …

Ungeliebtes Fahrrad in Zahlen (Tagesspiegel)

6. Unwillige Volksvertreter

Wozu wählen wir diese Idioten, wenn sie uns dann nicht vertreten, sondern stattdessen sogar permanent in den Arsch treten? Gegen das Volk scheinen sie sich zur Aufgabe gemacht zu haben. Warum nennen die sich noch Politiker, warum überhaupt noch Regierung? Die sind doch nur noch ausgelagerte Gremien der Wirtschaft, die die Weichen nach den Wünschen ihrer Gebieter stellen. Statt die Finanzzocker zu stoppen und ins Gefängnis zu den Autobetrügern zu stecken, dürfen die immer schlimmer agieren. Die handeln doch jetzt schon nur mit Luft und lassen sich das auch noch erstatten. Politik ist nur noch asozial, weswegen die Bevölkerung ihre Ablehnung immer deutlicher zeigt – aber das wollen die Politiker einfach nicht kapieren und befeuern die Lage mit ihrem unsäglich dümmlichen Gelaber.

Aus für Finanztransaktionssteuer (attac)

Globales Finanzcasino (Telepolis)

7. Ausbeutung spitzt sich zu

Lohndumping, prekäre Arbeitsbedingungen, massenhaft Überstunden durch Verteilung der Arbeit auf nicht genügend Schultern, zunehmende Krankheiten, vor allem Depressionen und die Gewinne der Unternehmen sprudeln. Was mir nicht in den Kopf will, ist, dass die Wirtschaft sich doch ins eigene Fleisch schneidet. Es sind doch die Angestellten, die mit ihren Löhnen Umsätze generieren sollen. Wenn Firmen aber diese Ausgaben als “unerwünscht” klassifizieren und aufs Minimum reduzieren, stören sie selbst den Profit-Kreislauf. Naja, wo sich nur farbiges Papier im Schädel befindet, ist dessen Funktionalität stark beeinträchtigt. Dass Ausbeutung inzwischen als “risikoloses Geschäft” bezeichnet werden kann, ist deprimierend.

Pressemitteilung: „Ausbeutung ist ein risikoloses Geschäft“ (Deutsches Institut für Menschenrechte)

8. Oh Österreich

Was geschieht nur mit dir? Aber ihr wolltet es ja so. Trotz aller Beschaulichkeit ist man nicht davor gefeit dummbratzigem Politiker-Geschwafel zu verfallen. Die Zusammenstellung nach gerade mal einem Jahr ÖVP/FPÖ Regierung ist erschreckend. So habt ihr euch das vorgestellt?

Regierungsbilanz: Die Gewinner und Verlierer nach einem Jahr ÖVP-FPÖ (Kontrast.at)

9. Bock als Gärtner

Ein europäisches Projekt soll die Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen stärken, damit sie gegen die Flut Falschmeldungen besser gewappnet sind. Aus Deutschland beteiligt sich die Tagesschau. Echt? Ist ein Witz, näch? Nur weil die sich eine eigene Rubrik “Faktenfinder” geschaffen haben und jetzt behaupten, ihr Vanillepudding schmeckt am besten, weil sie ihn selbst gekocht haben? Dieser Staatssender soll nun also bereits die Heranwachsenden auf Regierungskurs einschwören? Will man damit willige Bürger heranzüchten? Natürlich sind Fake-News ein Übel sondergleichen, aber sinn- und gehaltvoller wäre es, Kompetenzen und technischen Ausstattungen der Lehrerschaft und Schulen zu verbessern und stärken. Aber da sind wir schon beim nächsten Problem angelangt …

Neues aus dem Fernsehrat (31): Mehr ‚Senderferne‘ für die Rundfunkaufsicht (Netzpolitik)

10. Schneeball-Wurfverbot

Sachen gibt’s … Aber die kuriosesten scheinen in den USA zu existieren. Naja, jetzt gibt es eins weniger. Mal abgesehen vom eher mangelhaften Schneevorkommen in Severance, ist so ein Verbot doch eine ziemlich gemeine Spaßbremse. Aber ach, es könnte ja Verletzungen verursachen. Richtet man dann die Millionenschwere Sammelklage gegen Gott? Oder als Vertretung gegen die Stadtverwaltung? Vielleicht sollte man die Verordnung lieber beibehalten? Oje, zu spät …

Neun­jäh­riger kippt Schnee­ball-Wurf­verbot (LTO)

11. Verblödungs-Medien

Da kann man noch so viel gegen an Schreiben, noch so viel ausführlich Aufklären, noch so viel Warnen, noch so heftig den Kopf schütteln, es hört einfach nicht auf, es scheint sogar immer schlimmer zu werden. Sich die Frage zu stellen, ob diese Menschen ihre Verdrehungen wirklich ernst meinen und nicht mal selber über ihre Hirngespinste stolpern, ist inzwischen müßig. Natürlich soll es eine Meinungsvielfalt geben, aber mutwillig, geradezu böswillig, Sachverhalte in den Schmutz ziehen, damit sie in das eigene vergiftete Weltbild passen und die Gesellschaft weiter aufheizt, aufhetzt und spaltet, ist niederträchtig. Warum können diese Verblödungs-Medien nicht gestoppt und verboten werden? Deren Machenschaften haben nichts mit Wahrung von Freiheit und Demokratie zu tun. Warum muss man ertragen, was Hass sät und Menschenverachtung offen zeigt? Das ist nur ein charakterloses Gesindel.

Zöpfe, Lederhosen, Stasi-Ossis: Bei Sat.1 wird im Duett desinformiert (Über Medien)

12. Gebührenzahler, wehrt euch!

Faktisch gehört der ÖRR den Gebührenzahlern, auch oder gerade, weil sie zum Zahlen gezwungen werden. Demnach sollte es uns zustehen, über die Höhe der Subvention (mit)zureden. Wir sollten uns diesem Druckmittel endlich gewahr werden und nachdrücklicher einsetzen. Verschlankt sich der ÖRR nicht spürbar und hört mit der Geldverschwendung auf, stellen wir Zahler die Unterstützung ein. Oder hört der ÖRR nicht auf sich diesem Dünnsinns-Trend der privaten Sender anzuschließen, werden die Gelder eingefroren. Die Gebührenzahler sollten endlich zeigen wo der Hammer hängt und damit kräftig auf den Putz hauen.

Länder können sich über Zukunft des Rundfunkbeitrags nicht einigen (Heise)

13. Wordpress 5.0 und Gutenberg

Oha … zieht euch schon mal warm an, da braut sich was zusammen. Aus allen Ecken sammeln sich deutliche Worte, die sich nach und nach formieren. Ich werde mich um Entschärfung bemühen, es dürfte trotzdem heftig werden. Demnächst mehr …

14. Das Letzte

In der Metal Musik überwiegen die Ungläubigen? Ist das zu Glauben? Aber Hallo! Dafür hätte ich keine Studie gebraucht, um zu wissen, wo Wahrhaftigkeit und ein Haufen cooler Leute zu finden ist. Müsste ich mir diesen Hip-Hop Dünnsinn oder 08/15 Einheits-Stampf-Brei-Mist anhören, würde ich wohl auch dem Wahnsinn anheim fallen und mich nach diesen Sekten sehnen.

Ungläubige werden wahrscheinlicher Metaller (Metal Hammer)

Wochenzitat

Die Politik ist das Paradies zungenfertiger Schwätzer.
(Georg Bernard Shaw)

Vorhang

Unvollkommen, wie alles … wünsche ich trotzdem eine angenehme nächste Woche.