Extrakt 52-2018

1. Schreibmeer eingefroren

Eine in vieler Hinsicht ergiebige Anlaufstelle für Schreibwütige wurde auf Eis gelegt. In Anbetracht vieler Optionen, wurde die denkbar schlechteste gewählt. Das ist sehr bedauerlich. Fürs Erste wurden die vorhandenen Artikel bei blogspot geparkt und können zumindest eine ungewisse Zeit noch als Quelle dienen. Sehr Schade. Mal sehen, ob aus den Plänen einiger Beitragsautoren etwas konkretes erwächst. Ich bin dann sicher nicht der einzige Unterstützer.

2. Widerstandserdrücker

Wir sind viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt, als mitzubekommen, wie es andernorts gärt. Dummerweise glauben wir, dass wir nicht betroffen sind, wenn dort die Töpfe überkochen. Dabei sind wir Hauptverursacher. Eskalierende Diktaturen auf die Wahl der Menschen vor Ort zu reduzieren, sind bereits Auswirkungen der Mauern, die wir in jeder Hinsicht vor uns errichten. Hauptsache der Nachschub von Bananen, Kaffee und Co. ist gesichert, der Rest ist uninteressant. Zu kurz gedacht? Wo wird hier denn gedacht?

Paramilitärs setzen Kopfgeld auf Indigene in Kolumbien aus (amerika 21)

Argentinien: Staatsanwaltschaft fordert 22 Jahre Haft für Aktivistin Milagro Sala (amerika 21)

Christliche Nächstenhiebe (IPG Journal)

3. Mehr Reden … ?

Während der Weihnachtsansprache unseres Bundespräsidenten habe ich mich schon gefragt, wie viel Promille es braucht, um so einen Schmarren, zu so einem Anlass, in dieser Position, vorzutragen? Das Schlimme ist, dass das wohl alles ernst gemeint war. Wir reden zu wenig miteinander und hören noch weniger zu? Das sagt ausgerechnet der, der mit seinem Kompagnon Schröder für die Entwicklung zu diesem unhaltbaren Zustand mitverantwortlich ist. Wenn Politiker nur endlich aufhören würden in ihrer Traumwelt zu leben, während sie dem Rest einen Alptraum kredenzen.

Solche Entwicklungen – Der Weihnachtskommentar! (TauBlog)

4. Besitzstandswahrung

Meins! Und wer am lautesten und eingängigsten verspricht Besitz zu wahren und zu verteidigen, erhält die meisten Stimmen. Der Vormarsch von Populismus und Nationalismus hat wirtschaftliche Gründe … und hatte das schon immer. Zwist entsteht aus Ungleichheit … und wird das immer tun. Gebildete sind wohlhabender und natürlich verstärkt darauf bedacht, dieses zu schützen. Die weltweit unsäglichen Entwicklungen hängen durchaus mit Bildung zusammen, aber anders, als weitläufig angenommen.

Nicht Geld macht die Weltmacht (IPG Journal)

5. Cold Call

Wenn selbst hohe Strafgelder nicht abschrecken, dürften zwei Gründe dafür verantwortlich sein: Es wird aus dem Ausland operiert und Täter sind rechtlich schwer bis gar nicht greifbar oder die Einnahmen übersteigen Strafzahlungen im erheblichen Maß. Wahrscheinlich trifft aber beides zu. Allerdings ist es erschreckend, dass sich so viele Menschen am Telefon übers Ohr hauen oder zu unnützen Ausgaben bequatschen lassen. Nimmt geistige Zurechnungsfähigkeit im Alter tatsächlich so stark ab? Besorgniserregend.

Unerlaubte Telefonwerbung nimmt zu (Heise)

6. Ausverkauf deutscher Unternehmen

Die Globalisierung ist schon toll. Weltweit wachsen Firmen zusammen und verschmelzen zu einer großen Familie. Ist doch rührend, oder? Konsolidierung und Ausdünnung der Mitarbeiter sind Begleiterscheinungen, die meist erst später auftreten und nicht mehr unbedingt in diesem Zusammenhang gesehen, sondern lediglich als bedauerlicher Gang der Dinge betrachtet werden. Aber wer will schon vorausschauen, wir leben doch im Jetzt, oder?

Ausländische Firmen weiter auf Einkaufstour in Deutschland (Heise)

7. Mobilfunk auf staatliche Anordnung

Als Steuerzahler für eine flächendeckende Mobilfunkversorgung berappt zu werden, ist im eigenen Interesse, von daher durchaus Argumentativ zu akzeptieren. Die Mobilfunkbetreiber zur Nutzung der Staatsmasten zu verpflichten und dafür von diesen Gebühren zu kassieren, klingt ebenfalls einleuchtend und begrüßenswert. Allerdings wurden deren Einnahmen in den letzten Jahren bereits von der Politik zusammengestrichen, weshalb sich die Unternehmen im Dauerjammerzustand befinden. Zu glauben, dass die sich das nicht von den Nutzern wiederholen, ist naiv. Damit würden die Bürger doppelt zur Kasse gebeten, auch die, die es gar nicht betrifft. Aber das lässt sich dann politisch wieder gerade biegen.

Wenn ich allerdings bei “staatlicher Infrastruktur” an die Bahn denke – na, ich weiß nicht …

Man könnte natürlich auch zum Nachbarn Frankreich gucken, wo kein doppelt gemoppeltes Rumgehühner stattfindet, weil es tatsächlich Politiker gibt, die ihren Kopf einschalten und benutzen (können). Dort werden Mobilfunkfrequenzen nicht meistbietend versteigert, sondern frei vergeben. Allerdings gegen Auflage, auch weniger lukrative Gebiete zu erschließen. Erstaunlich wie einfach das gehen kann, oder? Aber was die CSU in den letzten Jahren abliefert, ist in einem Wort zusammengefasst: bescheuert!

CSU für staatliche Infrastruktur gegen Funklöcher (Golem)

Mobilfunkabdeckung: CSU plant Ausbau durch staatliche Infrastrukturgesellschaft (Heise)

Telefónica klagt gegen Vergaberegeln für 5G-Frequenzen (Golem)

5G und Funklöcher: Altmaier droht Netzbetreibern mit staatlichen Konsequenzen (Heise)

8. Überhitzte Schneekanonen

Gegen den Klimawandel helfen nur noch mehr künstliche Maßnahmen. Die treiben den Klimawandel nur schneller voran? Ach Quatsch … und wenn, die Leute wollen ihr Schneevergnügen. (Der Rest wurde zensiert.)

Mit Kanonen auf Berge geschossen (Klima Reporter)

9. Das Letzte

Urheber haben sowieso schon einen schweren Stand. Anerkennung ist dabei das eine, Recht und leistungsgerechte Entlohnung das andere. Räumen mit der Thematik besonders sensibilisierte Unternehmen wie YouTube einen Fehltritt ein und korrigieren diesen, ist das löblich, aber im mindesten selbstverständlich. Zeigt eine Musik Kapelle wie Arch Enemy, die als Urheber selber die Seite der Betroffenen kennen, Gleichgesinnten den Mittelfinger, sind sie hingegen erbärmliche Arschlöcher.

Wieder Ärger für YouTube: Marketing verwendete ‚gestohlenes‘ YouTube-Video für Weihnachtsgruß (GoogleWatchBlog)

Arch Enemy ernten Shitstorm nach Urheberrechtsverletzung (Metal Hammer)

Wochenzitat

Der Charakter sitzt nicht im Verstande, sondern im Herzen.
(Friedrich Heinrich Jacobi)

Vorhang

Unvollkommen, wie alles … wünsche ich einen famosen Start ins Neue Jahr und ein wert-volleres 2019!