2018

Die Welt gerät aus den Fugen. Natürlich wirken die dafür verantwortlichen Prozesse bereits seit einigen Jahren, doch in diesem Jahr platzten die Feinrisse zu Spalten auf, die auch in der letzten Reihe unübersehbar ins Gesicht springen. Mancherorts drohen sie sich zu Gräben zu entwickeln und die letzten Stabilitäten zu gefährden.

Die Welt schaut weg, weil jeder mit sich selbst beschäftigt ist. In der Hauptsache damit, sich gegen Erkenntnis und Akzeptanz sämtlicher Zusammenhänge zu wehren. Für die Folgen seines Handels will keiner Verantwortung übernehmen. Vorteile abräumen und vor den aufziehenden Nachteilen dann Mauern bauen. Ungleichheit hat sich zu bedrohlichen Dimensionen aufgestaut. Brechen die Dämme, werden wir ein düsteres Kapitel in der Geschichtsschreibung hinterlassen.

Ungezügelte Gier treibt die Menschheit vor sich her. Statt ihr Einhalt zu gebieten, werden Hindernisse aus dem Weg geräumt. 2018 zeigt in aller Deutlichkeit die Diskrepanz zwischen unseren Allmachtsfantasien und der Machtlosigkeit mit diesen umzugehen, weil wir diese borniert ignorieren. Macht üben wir vor allem darin aus, immer fester Keile zwischen uns zu treiben. Dabei bedenken wir nicht, klappt die eine Seite weg, verlieren auch wir unseren Halt und kippen um.

Wirklich deprimierend an den ganzen Entwicklungen ist unsere beharrliche Arroganz, über alles Herr zu sein. Da wurde uns ein Floh ins Ohr gesetzt, der fleißig daran arbeitet, sich selbst zu neutralisieren.

Es ist ja nicht so, dass wir nicht über Fähigkeiten verfügen, Fehler zu erkennen und zu benennen, in dessen Folge wir ohne Weiteres in der Lage wären, unser Verhalten so zu ändern, dass ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur uns eine lebenswertere Zukunft ermöglicht, nutzen diese aber zu unserem eigenen Schaden. Dämlich? Ja, ziemlich … (Die Verschachtelung war im Übrigen Absicht.)

Gerne möchte ich mit meinen Prognosen danebenliegen und 2019 mehrheitlich darüber schreiben, wie wir alle zu mehr Räson zurückfinden.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein 2019, welches vom Wandel zu mehr Menschlichkeit geprägt ist.

randnote blickt das erste Mal zurück

Sehr persönlich wird es diesmal bei keinen-schimmer.de