Genderismus

Der Wahnsinn ist ausgebrochen, die Apokalypse naht. 13 Milliarden Jahre hat es hervorragend funktioniert und ist die essentielle Grundlage sämtlicher Existenz auf diesem Planeten: Männlein und Weiblein. Jetzt wird dieser Differenzierung der Garaus gemacht – alles gleich, Unterscheidungen sind verpönt, androgyn ist Hip. Seinen Nachwuchs durch rosa oder blaue Kleidung kennzeichnen ist deplatziert. Fronten verhärten sich, der Ton wird rauer. Auf beiden Seiten driftet das Unverständnis auseinander. Der Sinnfrage wird die Unterdrückungskarte um die Ohren gehauen. Eine Annäherung scheint aussichtslos. Herausfordernd dürfte die sprachliche Umsetzung werden. Existiert überhaupt eine geschlechtsneutrale Landessprache? Wenigstens eine mit weiblichem Diktum? Global wird die männliche Variante die Regel sein. Warum? – Schicksal? Pech? Oder die ewige Leier von der Stärke? Unter heftigem Widerstand der Männerwelt ließe sich wohl auf die weibliche Version wechseln, wenn es denn das Ziel wäre. Angestrebt wird das totale Neutrum. Angesichts drohender Überbevölkerung immerhin eine regulierende Maßnahme. Nehmen Homo-Beziehungen überhand, kommt der Nachwuchs aus dem Katalog. Technisch bereits machbar, scheitert es an ethischen Bedenken. Per Gen-Schnipselei könnten sicher geschlechtsneutrale Kinder gebaut werden. Was ist schon dabei, wo wir die Natur vermehrt künstlich nach unseren Vorstellungen formen? Bis die Zukunft neutral geworden ist, kann die Sprache angepasst werden. Eine leidenschaftliche Verfechterin titelt sich jetzt als Professx – die -sex gesprochene Endung fühlt sich allerdings konträr zum Ansinnen an. Insgesamt ist die übliche Ergänzung erwartbar: ABER … so war das gar nicht gemeint. Oder die Vorwurftechnik: Übertreib nicht oder zieh es in den Dreck, das diskriminiert die Ernsthaftigkeit … Wumms, da landet endlich das Kernproblem auf dem Tisch: Diskriminierung. Fraglos ist dies das größte Übel in unserer Entwicklung und gehört dringend korrigiert. Zwischen Menschen sollte es kein Über oder Unter geben; keine Dominanz oder Macht über seinesgleichen. Das ist die eigentliche Aufgabe und Herausforderung. Emotionale Befindlichkeiten und sprachliche Fixierung lenken nur ab und sind gerade nicht förderlich. Wo anfangen? Vor der eigenen Haustür?

Ergänzung:
Mir geht diese Gender-Debatte fürchterlich auf den Keks! Nicht, weil sie nicht richtig oder nicht angebracht wäre, aber genau das ist der springende Punkt: Sie sollte überhaupt nicht nötig sein! Aber die Diskussion lässt jegliche Sachlichkeit oder, genauer gesagt, Ursächlichkeit vermissen. Daher taugt sie nur dazu, emotional aufgeladene Stimmungen weiter anzuheizen. Das ist für keine Seite förderlich, weder für Betroffene, noch für eine Lösungsfindung.