#kurzhalt

bissiges Dazwischengequatsche

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Leben

Digitalisierung entlarvt Primitivität


28.03.2018

Aktionen wie “Geiz ist geil” oder “ich bin doch nicht blöd” demonstrierten die allgegenwärtige Dominanz unserer niederen Triebe. Die zunehmende Digitalisierung offenbart ein erschreckendes Ausmaß der verantwortlichen Charakterzüge: Macht und Kontrolle. Sich über andere zu erheben, ist die größte Befriedigung. Bis in die Politik sind autokratische und diktatorische Bestrebungen nicht mehr von der Hand zu weisen. Die Wirtschaft spielt zwar ihr eigenes Spiel, aber nach den gleichen Regeln. Schon immer bedeutete Wissen Macht, erreicht aber durch die heutigen Möglichkeiten neue Dimensionen. Deshalb stellen zum Beispiel Google und Facebook eine von den Massen komplett unterschätze oder ignorierte Gefahr dar. Lieber frönt die dumpfe Herde den oberflächlichen Vorteilen und fühlt sich durch die suggerierte Aufmerksamkeit mächtig wichtig. Mit den neuen Hilfsmitteln kann nun jedes einfältige Schaf seine Gelüste ausleben. Ungefiltert ergießt es seine Beschränktheit in die Öffentlichkeit. Alles, was nicht verstanden wird oder den eigenen Vorstellungen entspricht, wird gnadenlos nieder geschrien. Zweifel über die Rechtmäßigkeit seines Handelns regen sich nicht, weil Anstand und Moral zum Zeichen der Schwäche verkommen sind. Außerdem muss die Wut über seine Missachtung und Unterdrückung raus. Finden eigene Bedürfnisse permanent kein Gehör, entsteht das Gefühl eines ewigen Verlierers. Unvermeidlich erwacht das innere Raubtier. Krawalle werden provoziert und nackte Gewaltausbrüche verwandeln friedliche Veranstaltungen in Kriegsschauplätze. Auf digitalen Kanälen wird erbittert unter die Gürtellinie geschossen. Dabei verwundern weder Aggressivität, noch Primitivität. Politik produziert massenhaft Verlierer und damit Ängste. Wer sich in die Enge getrieben oder seine Felle davon schwimmen sieht, wehrt sich mit einfachen, automatisch aktivierten Mitteln, den animalischen Trieben. Gerade intellektuelle Unterschiede reizen schlichte Gemüter. Weil jetzt gleiche Zugänge und Medien genutzt werden, herrscht eine vermeintliche Waffengleichheit – das Scharmützel ist programmiert. Ausgetragen in sämtlichen Schichten und Strukturen divergieren Stil und Tonart, beinhalten aber dieselbe Thematik: Jäger und Gejagte. Die unterste Ebene wird zu Getriebenen auserkoren, doch wer akzeptiert freiwillig, nur zum Opfer zu taugen?
⇒ Richard Gutjahr // ⇒ Heise

Umkehr Symbiose


23.03.2018

Symbiose ist eine nützliche Vereinigung zweier Lebensformen, die von der Verschmelzung ihrer Fähigkeiten profitieren. Die zugrunde liegende Nutznießung wandelt sich zu einem positiven Effekt. Die Primaten, zu denen der Mensch zählt, auch wenn ihm diese biologische Einordnung nicht genehm ist, beanspruchen eine Sonderrolle. Sie benötigen für ihre Existenz zwei funktionierende und reibungslose Verbindungen: Zu den natürlichen Ressourcen und untereinander. Während sich tierische Primaten nahtlos in den Naturkreislauf einfügen, sondert sich der Mensch ab. Immer extremer treibt er die Ausbeutung seiner Grundlagen voran. Dabei beschränkt er sich nicht auf Natur und Umwelt, sondern wendet sich auch vermehrt gegen Artgenossen. Rücksichtslos liegt sein Augenmerk auf persönliche Bereicherung. Für seine Entnahme etwas zurück geben oder eine Gegenleistung erbringen, widerstrebt ihm zusehends. Sein Handeln beschränkt sich auf Nutznießung, zieht also alle Vorteile aus den Leistungen anderer. Geflissentlich werden bestehende Abhängigkeiten und Folgen ignoriert. Allem Anschein nach erfüllt der Mensch die Eigenschaften eines Parasiten, der seinen Wirt schädigt, manchmal zu dessen Tod führt. Allerdings sind diese biologischen Vorgänge trotz ihrer Grausamkeit Bestandteil des natürlichen Zyklus′ und tragen zum Erhalt des Gleichgewichts bei. Wirte sind keinesfalls wehrlose Opfer, sondern verfügen über Abwehrmechanismen. Zudem sind Parasiten auf wenige Wirte hochspezialisiert und dadurch eingeschränkt. Das spricht gegen den Mensch als Parasit. Weder ist er spezialisiert, noch trägt er zu einem funktionierenden Kreislauf bei. Er ist im Gegenteil sogar überzeugt, diesen ohne negative Folgen nach seinem Belieben manipulieren zu können. Zügellos presst die Menschheit aus ihrem Wirt, der Erde, alles Nutzbare heraus. Obwohl sie als einzige Spezies den Intellekt besitzt zu erkennen, dass mit ihrem Tod unweigerlich der eigene folgt. Zusätzlich sorgen Habsucht und Neid untereinander für Schwächung. Insofern kehrt sich die Symbiose zu einem Abstoßeffekt um – die Erde wehrt sich und der Mensch reagiert verstört und verständnislos. Dabei ignoriert er einen folgenschweren Gedankenfehler: Die Erde braucht den Mensch nicht. Stattdessen hält er an seinem Irrglauben fest, diesen Machtkampf gewinnen zu können.
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Personalisierte Sucht


11.03.2018

Hofiert und beachtet werden; sich wichtig und wertvoll fühlen; Inhalt und Bedeutung fürs Leben finden; diese Bedürfnisse treiben jeden um. In vergangenen Zeiten blieb für deren Suche und Erfüllung keine Zeit, weil andere Tagesabläufe die Menschen dominierten. Vor allem knechtete die Arbeit jeden Müßiggang aus den Köpfen. Immer geht es ums Überleben – damals wie heute. Dieser Kampf will belohnt werden, dann sorgen Hormone im Gehirn für Glücksgefühle. Demnach besteht ein natürlicher Bedarf, dem sich niemand entziehen kann und der nach Befriedigung giert. Gerne erfüllt die Konsum-Wirtschaft dieses Streben. Werbung wurde intensiviert und dient einzig dazu einen Bedarf zu wecken, wo keiner ist. Dann kam das Internet. Ein nie versagendes Füllhorn an Möglichkeiten – für beide Seiten. Selbstdarstellern bot sich eine günstige Bühne, auf der einige bald heraus stachen und zu Vertretern 2.0 umfunktioniert wurden. Als "Star von nebenan" genießen sie einen unergründbaren Vertrauensbonus, den sie schamlos in bare Münze umwandeln. An ihren neuen Titel "Influencer" (Beeinflusser) reibt sich merkwürdigerweise niemand. Ganz allgemein befriedigen die sozialen Medien auf einfache Weise Sehnsüchte: Aufmerksamkeit – Anerkennung – Bedeutung. Im Umkehrschluss alles, was zu fehlen scheint. Durch die hinterlassenen Datenspuren, die fleißig von der Wirtschaft eingesammelt werden, findet eine direktere Ansprache statt. Gebauchpinselt ist der nächste Einkauf zur Belohnung nur einen Klick entfernt. Der Handel jubiliert, während sich bei den Konsumenten das Suchtverlangen meldet. Kaufsucht (DE: 5 %) hat Bulimie (DE: 2 %) und Essstörung (Anorexie, DE: 1 %) abgehängt. In Österreich sind sogar 11 % betroffen. Unbeholfen und gedankenlos bewegen sich die Nutzer im Netz. Hinterfragen nichts und niemand. Unkritisch und naiv wird geglaubt und vertraut. Ungebremst rutschen sie in die personalisierte Sucht. Spielt der Kaufrausch noch eine untergeordnete Rolle, überragt die Sucht nach Bestätigung alles. Vor allem Facebook und YouTube nähren dieses Verlangen. Wie ein Dealer sacken sie ohne Gewissensbisse riesige Gewinne ein. Als einzige Gefahr droht ihnen, dass ihr abhängiges Klientel die wahre Bedeutung von "Leben" entdeckt … was kaum wahrscheinlich ist.
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Intellektuelle Elite


16.02.2018

"Die Spaltung der Gesellschaft" ist im sprachlichen Alltagsgebrauch angekommen. Für gewöhnlich postuliert es die Kluft zwischen arm und reich. Überspitzt ließe es sich auch als Selektion von klug und dumm auslegen. Tatsächlich haben sich unterschiedliche Sphären gebildet, die sich vermehrt stärker gegeneinander abgrenzen. Die "da Oben" rekrutieren sich eben nicht nur aus Wirtschaftslenkern und Politikern, sondern auch die vermeintlich intellektuelle Elite erhebt ihren Anspruch der Zugehörigkeit. Selbstgefällig werden die "Einfältigen" wie ein dreckiger Stofffetzen mit spitzen Fingern von sich gehalten und aus sicherer Entfernung die Nase gerümpft. Kommuniziert wird innerhalb der akzeptierten Kreise, um die geistige Inzucht zu pflegen. Von erhabener Position wird dann aus allen Rohren um sich geschossen. Zwar ist deren Munition eher stumpf, denn sie soll bemerkt werden, nicht ernsthaft verletzen. Wie überall wird auch hier um Aufmerksamkeit geheischt, die die eigene Wichtigkeit bestätigen soll. Kommt allerdings als Retourkutsche eine schmutzige Bombe zurück, ist die Entrüstung und Hilflosigkeit groß. Erhält der Schutzturm Risse, verstärkt es deren Aversionen. Die Waffen der weniger Wortbegabten sind erheblich plumper, richten aber gewaltigen Schaden an. Folglich wird auf beiden Seiten die eigene Filterblase weiter abgeschirmt. Mit dieser Wortschöpfung sollte die Beschränktheit der "niederen" Masse beschrieben werden und natürlich nicht für die geistigen Überflieger gelten. Schließlich ist man intellektuell, was suggerieren soll, dass der Denkapparat potenter ist. Weshalb sich ungeniert der Stempel der Offenheit aufgedrückt wird, ohne dessen Verdienst nachzuweisen, bleibt ungeklärt. Unter Wahrung eines ausreichenden Abstands begleitet die elitäre Sekte mit Entsetzen die Verrohung der Gesellschaft. Bewirken deren kluge Ergüsse wenigstens etwas? Offensichtlich nicht, was vielleicht gar nicht beabsichtigt ist. Den eigenen Dunstkreis beeindrucken, aber nichts am gegenwärtigem Zustand ändern, ist vorrangiges Ziel. Wozu also heiße Luft verbreiten, wenn der Gegenwind unerträglich ist? Irgendwie muss die Spaltung zur eigenen Befriedigung doch aufrecht erhalten werden.

Zukunftsmaschinen


30.01.2018

Die Ungewissheit über die Zukunft macht den Menschen seit jeher zu schaffen. Im schlimmsten Fall erdrückt die Angst und Sorge um das, was kommen mag, die empfindlichen Seelen. Mit den wachsenden technischen Möglichkeiten wird daher viel Energie aufgewendet, um dieser bohrenden Unsicherheit Herr zu werden. Unermüdlich werden Maschinen darauf gedrillt uns einen Blick in das Unbekannte zu gewähren. Gefüttert mit allen greifbaren Daten, sollen deren Verknüpfungen wahrscheinliche Ereignisse voraussagen. Auf stumpfen Berechnungen und Zahlenkolonnen basierend, wird jedes Ergebnis als Segen betrachtet. Akzeptiert, weil es eigenen Vorstellungen entspricht, für die man selbst die Basis geschaffen hat. Inzwischen berechnen Algorithmen die nächsten Verbrechensorte und dirigieren Polizisten durch den Arbeitstag. Für Prognosen zur Rückfälligkeit von Straftätern wird ebenfalls mehr den Programmen vertraut, als wie bisher den Einschätzungen von Fachleuten. Computer Prozessoren wurden diese spekulativen Vorhersage Fähigkeiten gerade zum Verhängnis und machen sie zu teurem Schrott. Trotzdem wird vor allem ein Einsatzzweck voran getrieben: Kontrolle. Denn was kontrolliert gesteuert wird, erlaubt zuverlässigere Voraussagen. Hingegen sorgen negative Meldungen für Verstimmung oder werden gleich ganz als unwahr abgestempelt, was dann sogar präsidialen Zuspruch findet. Wozu also die Sehnsucht, schon heute das Morgen zu kennen, wenn wir die Wahrheit nach unserem Nutzen formen? Ist es nicht Naturgesetz, dass nur die Pflanze wächst, dessen Samen gesät wurde? Knabbern wir nicht vielmehr an der Unabwendbarkeit unseres Handelns? Überhaupt an der Begrenztheit unseres Seins? Nur unsere Selbstsucht ist überzeugt, jede Grenze sprengen zu können. Krampfhaft wird daran gearbeitet Irrationalität (Mensch) und Rationalität (Maschine) zu vereinen. Mögen diverse dystopische Filme noch Fiktion sein, entspringen deren Ideen derselben Quelle, aus der auch die Zukunftsbastler schöpfen – unserem Gehirn. Der Schöpfer der Atombombe war auch "nur" neugierig, ob seine Überlegungen richtig sind und funktionieren; mit den Folgen habe er nicht gerechnet und nie beabsichtigt. Beunruhigende Zukunftsaussichten.
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Geiz fliegt nicht


24.01.2018

"Geiz ist geil" brachte auf den Punkt, was in menschlichen Untiefen unkontrollierbare Reize animiert und jede Rationalität unterjocht. Mag es für die technischen Geräte des "Erfinders" akzeptabel sein, wurde die verstohlene Sehnsucht der Konsumenten damit Salonfähig. Obwohl Apple vorführt, wie seine horrend überteuerte Hardware reißend Abnehmer findet. Jedoch lauert der wirkliche Horror der Knauserigkeit im Verborgenem. Interessieren in der "heilen" Welt nicht die Lebensbedingungen in China oder Bangladesch, gar jede Verantwortung abgetan, sorgt die mangelhafte Qualität manch billiger Produkte eher noch für Verärgerung. Da zumeist keine ernsthafte Gefahr davon ausgeht, verpufft die Wut schnell und der Unmut wird mit dem nächsten Schnäppchen befriedigt. Vielleicht mit einer Flugreise? Man fliegt günstiger nach Mallorca, als mit der Bahn von Berlin nach München zu reisen. Die Fluggesellschaften haben den Preiskampf bestimmt im Blick, denn Konkurrenz gehört zum Geschäft und kam schon immer dem Verbraucher zugute, richtig? Und ist Fliegen nicht das sicherste Verkehrsmittel? Hier erreicht der Geizkragen seine Grenze, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Weiter als bis zur eigenen Geldbörse reicht seine Motivation nicht. Bliebe er so stur und unberührt, ginge es ihm an sein Leben? Wenn er wüsste, was sein Geiz für Auswirkungen hat? Bevor ein angehender Pilot sein vermeintlich nobles Gehalt verdient, hat ihm seine Ausbildung mindestens 150.000 Euro Schulden aufgebürdet. Voraussichtlich landet(!) er dann bei einem Billig-Flieger, wo der angebliche Traumberuf fortlaufend an Schrecken gewinnt. Übernachtungen auf Sofas im Flughafen, um mit den Hotelspesen das kärgliche Einkommen minimal aufzustocken. Essen muss die Besatzung beim Flug aus eigener Tasche bezahlen. Bereitschaftszeiten übers Ertragen hinaus. Einsätze, also Flugzeiten, die sich durch Tricksereien über alles Erlaubte hinweg setzen. In der Folge konnten die meisten Abstürze der letzten Jahre auf menschliches Versagen zurückgeführt werden – Überlastung, oder verständlicher ausgedrückt: Müdigkeit! Geiz fliegt nicht … sondern stürzt ab.
⇒ 3sat (bis 19.01.2019 verfügbar)

Alibi Menschlichkeit


07.01.2018

Über Jahrzehnte wurden Milliarden in die Entwicklungshilfe gepumpt. Kontinuierlich steigen die Geldspenden, um sich mit dieser Opfergabe ein reines Gewissen zu erkaufen. Mit welchem Ergebnis? Hunger, Armut, Elend und zerstörerische Gewalt nehmen stetig zu. In Massen fliehen die Menschen. Dabei sollten die abgerungenen Gelder verhindern, dass Fremdartiges in die heimische heile Welt eindringt. Wie konnte das passieren? Haben die keinen Anstand? Reichen die milden Gaben etwa nicht? Wann sind die zufrieden? Warum hören die nicht mit ihren Kriegsspielen auf, dann würde es auch bei denen besser laufen? Wenn es denn so einfach wäre, wie es die Konsum geplagten Wohlstandsgesellschaften gerne hätten. Hartnäckig hält sich menschliche Naivität und trotzt jeder Entwicklung. In grauer Vorzeit wurden Tiere und Menschen geopfert, um Regen herauf zu beschwören. Heutzutage belächelt, weil schon Kinder wissen, was für ein Blödsinn das ist. Nur gelernt hat der Mensch nichts, sich lediglich angepasst. Das heutige Wissen überfordert ihn, weshalb er froh ist, geleitet zu werden; wie er sich seit jeher nach Führung sehnt. Manch heftiges Aufbegehren endete letztlich in der bekannten Ordnung. Wie schon anno dazumal versucht er Schlechtigkeiten mit Opfergaben fern zu halten, jetzt eben mit Geld. Sein Verlangen nach einem erfüllten Leben stillt er mit der Konsumdroge, die ihm in rauen Mengen zur Verfügung gestellt wird. Gedanken über Zusammenhänge werden mit bunten Bildern und blumigen Versprechungen verhindert. Geschickt werden seine Schwächen animiert: Bequemlichkeit und Belohnungssystem. Zugedrönt schüttelt er den Kopf über die Unsäglichkeiten andernorts. Blind dafür, dass sein Konsum alles entscheidet. Gedankenlos wird der Zerstörer Amazon gefüttert; das asoziale Apple unterstützt; dem Trinkwasser Räuber Nestlé zugeprostet; Facebook Zutritt in die geheimsten Winkel gewährt; Abzocke durch schrumpfende Verpackungen ignoriert; die Augen vor dem Leid hinter den billigen Waren verschlossen usw. usf. Fassungslos verteidigt er sein Reich, blendet seine Verantwortung aus und kann keine Schuld erkennen. Die eigene Befriedigung will verteidigt sein, weshalb dem Übel die Tür vor der Nase zugeschlagen und etwas vom heiligen Geld zur Besänftigung hinterher geschmissen wird. Das muss reichen.

2017


31.12.2017

Schlimmer geht immer … wie das abgelaufene Jahr in erschreckender Weise beweist. Die eingebildete Weltmacht USA wird von einem selbstverliebten Pleitier geführt, dem Wissenschaft am Arsch vorbeigeht und der mit weniger Staatseinnahmen noch mehr ausgeben will. Vom Hass zerfressen bomben sich Fanatiker sinnlos durch die Welt. Ohne Unterdrückung fehlt den Patriarchen der Lebensinhalt. Zerstörung und Hass tragen kein Fundament, aber mit Trümmern kennt man sich aus. Die Türkei zeigt, wie Menschenachtung nicht aussieht und Europa sie endlich konsequent ausschließen sollte. Reinste Ironie sind die stetig steigenden Geldsummen, um Landflucht zu verhindern, diese aber zunimmt. Ein Beleg kranker Politiker Denkweisen. Keinen Deut besser verhält sich die Wirtschaft, deren Profitgier skrupellos durchgesetzt wird. In Millionen vertraulicher Dokumenten ausführlich dokumentiert. Diese Paradise Papers offenbaren, wie asozial sich verhält, wer im Geld schwimmt – von der Gesellschaft nehmen, aber nichts zurückgeben. Raffgier in Vollendung zeigte der Chef von Air Berlin, der nach einem halben Jahr im Amt die Fluglinie planmäßig in die Pleite flog und sein vorausschauend garantiertes Gehalt von 4,5 Millionen Euro kassierte. Die Zukunft Tausender Mitarbeiter wird rücksichtslos im Müll entsorgt. Dieser lästigen Profitbremse entledigt sich unter anderem auch Thyssen Krupp und Siemens im großen Stil. Getürkte Arbeitslosenzahlen halten wie üblich Illusionen am Leben und steter Ruf nach Fachkräften lenkt vom Scheitern des Bildungssystems ab. Im Alleingang stellt sich ein Volksvertreter gegen den mehrheitlichen Volkswunsch und setzt unschuldige Menschen weiter der schleichenden Vergiftung aus – beispiellose Menschenverachtung und Korruption. Insekten zeigen wohin dieser Weg führt, reduzierte sich ihre Biomasse inzwischen um 75 %. Die stattfindende Zersetzung zeigt die Bundestagswahl. Brauner Gedankenschrott ist jetzt Blau und Jamaika liegt noch immer in der Karibik. Redlich verdingt sich die FDP als Luftnummer, wie überall das Macho-Gebrüll und -Gehabe zunimmt. Instabilität legt sich um unseren Planeten. Sorgen-Falten könnten bald nicht mehr reichen, denn der Gesetzmäßigkeit folgend, wird 2018 schlimmer.
⇒ Keinen Schimmer

Genderismus


24.12.2017

Der Wahnsinn ist ausgebrochen, die Apokalypse naht. 13 Milliarden Jahre hat es hervorragend funktioniert und ist die essentielle Grundlage sämtlicher Existenz auf diesem Planeten: Männlein und Weiblein. Jetzt wird dieser Differenzierung der Garaus gemacht – alles gleich, Unterscheidungen sind verpönt, androgyn ist Hip. Seinen Nachwuchs durch rosa oder blaue Kleidung kennzeichnen ist deplatziert. Fronten verhärten sich, der Ton wird rauer. Auf beiden Seiten driftet das Unverständnis auseinander. Der Sinnfrage wird die Unterdrückungskarte um die Ohren gehauen. Eine Annäherung scheint aussichtslos. Herausfordernd dürfte die sprachliche Umsetzung werden. Existiert überhaupt eine geschlechtsneutrale Landessprache? Wenigstens eine mit weiblichem Diktum? Global wird die männliche Variante die Regel sein. Warum? – Schicksal? Pech? Oder die ewige Leier von der Stärke? Unter heftigem Widerstand der Männerwelt ließe sich wohl auf die weibliche Version wechseln – wenn es denn das Ziel wäre. Angestrebt wird das totale Neutrum. Angesichts drohender Überbevölkerung immerhin eine regulierende Maßnahme. Nehmen Homo-Beziehungen überhand, kommt der Nachwuchs eben aus dem Katalog. Technisch bereits machbar, scheitert es an ethischen Bedenken. Warum nicht per Gen-Schnipselei geschlechtsneutrale Kinder bauen? Was ist schon dabei, wo wir die Natur vermehrt künstlich nach unseren Vorstellungen formen? Bis die Zukunft neutral geworden ist, kann die Sprache angepasst werden. Eine leidenschaftliche Verfechterin titelt sich jetzt als Professx – die sex gesprochene Endung fühlt sich allerdings konträr zum Ansinnen an. Insgesamt ist die übliche Ergänzung erwartbar: ABER … so war das gar nicht gemeint. Oder die Vorwurftechnik: Übertreib nicht oder zieh es in den Dreck, das diskriminiert die Ernsthaftigkeit … Wumms, da landet endlich das Kernproblem auf dem Tisch: Diskriminierung. Fraglos ist dies das größte Übel in unserer Entwicklung und gehört dringend korrigiert. Zwischen Menschen sollte es kein Über oder Unter geben; keine Dominanz oder Macht über seinesgleichen. Das sollte die Aufgabe und Herausforderung sein. Emotionale Befindlichkeiten und sprachliche Fixierung lenken nur ab und sind gerade nicht förderlich. Wo anfangen? Vor der eigenen Haustür?

Der Natur die Sporen geben


13.12.2017

Über 4 Milliarden Jahre hatte die Natur Zeit sich zu entwickeln und befindet sich schon seit Längerem an einem Punkt, an dem nur noch in Nuancen an dem Geschaffenen justiert wird. Eines dieser Kreationen schickte sich vor etwas über 300.000 Jahre an in seine vermutlich letzte Evolutionsstufe einzutreten. Grundsätzlich und rein biologisch ebenso Tier wie viele andere, missfällt ihm diese Einordnung gehörig und so schuf er sich seine eigene Gruppierung, weil er sich dazu ermächtigt fühlt. Seit seinem Auftauchen strengt er sich an nicht nur alle andere Lebensformen zu unterwerfen, sondern jegliche Ressourcen nach seinem Gutdünken auszubeuten. Durch die eigene Vermehrung und Ausbreitung reichen ihm die natürlichen Vorgaben für seinen verschwenderischen Lebensstil inzwischen nicht mehr aus. Ganz seinem Allmachtsanspruch entsprechend, greift er daher in die natürlichen Prozesse ein. Maximierung und Optimierung sind sein Credo, welches ohne Rücksicht auf Verluste verfolgt wird. Fehlschläge interpretiert er als Richtungsweisend. Nie würde er seine Manipulationen in Frage stellen. Im Gegenteil, hält er alles für eine natürliche Mutation, weil er sich selbst in der Rolle des alleinigen (Be)Herrschers sieht und zum eigenen Wohle jede Handlung gerechtfertigt ist. Seine Befugnis leitet er daraus ab, dass er es KANN. Außerdem existiert keine Instanz, die ihm Grenzen setzt; nur selbst geschaffene, die sich zur Not anpassen lassen. Immer exzessiver verändert er die Bausteine des Lebens und verbietet sich jede Skepsis. Unbelehrbar ist er davon überzeugt, sein Handeln bleibt folgenlos. Passt sich unerwarteterweise die Natur seinen Eingriffen an, fühlt er sich lediglich animiert, noch tiefer in deren Systeme vorzudringen. Ein Unterlassen ist für ihn inakzeptabel. Der kurzfristige Profit als Antrieb verbietet jede Einmischung, obwohl dieses Individuum selbst berechnet hat, dass seiner Rasse noch wenigstens 500 Millionen Jahre auf diesem Planten bleiben – also theoretisch …
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Ich kaufe, also bin ich


09.12.2017

Heutzutage kommt der imaginäre Glauben nur noch zum Zug, wenn ein Ereignis unsere Vorstellungskraft oder Akzeptanzvermögen übersteigt. Insgesamt bewegt er sich in seiner Bedeutung auf dem Rückzug. Nicht freiwillig, denn so manches mal muss er sich die Klagen über unerfüllbare Wünsche an die neue Gottheit anhören, dem die Menschheit verfallen ist: Geld. Unterdessen jubelt das Kapital und infiltriert die Köpfe der Abhängigen immer stärker mit seinen gefälschten Bildern von einer schönen neuen Welt, die nur Geld ermöglichen wird und kann. Bei drohendem Ungemach oder aufgedecktem Ungleichgewicht wird der schwarze Peter den Konsumenten untergeschoben oder Argumente umgebogen und wieder als Waffe eingesetzt. Durch die inzwischen erlangte Allmacht prallen Angriffe spurlos ab. Alternativlos frönen sie hemmungslos ihrem unstillbaren Hunger. Übrig bleiben zerstörte Existenzen – Firmen, Händler und entlassene Mitarbeiter von geschluckten Unternehmen. Begünstigt durch alle Menschen, die leichtgläubig ihren Kopf an der Garderobe abgeben und willenlos von den monotonen Litaneien der Finanzdiktatur infiziert werden. Völlig dem Kaufwahn erlegen werden die Gefahren durch die sich konzentrierende Mittelbündelung übersehen oder schlicht ignoriert. Hinterfragt wird nicht mehr, weil es zu unbequem und anstrengend ist – ein Klick, gekauft, komplizierter darf es nicht mehr sein und werden. Die Größe des Warenkorbs dient der Identifizierung, weshalb Billig die angestrebte Maxime ist, denn auch die Zurückgelassenen und Aussortierten suchen ihr Heil in der neuen Religion. Zusammenhänge interessieren nicht mehr, notfalls muss bei Aufregern Pauschalisierung reichen. Unter diesen günstigen Gegebenheiten können die Sektenführer schamlos agieren und sich genüsslich an der zügellosen Begierde der Gläubigen laben. Während sich der Geldadel weiter abhebt, geraten alle darunter befindlichen Schichten in Schieflage. Instabilitäten wachsen und drohen in verlustreiche Katastrophen zu münden. Nur an der neuen Gottheit wird nicht gezweifelt, denn ohne äußeren Halt scheint der Mensch seine Orientierung zu verlieren und droht von der eigenen Unzulänglichkeit zerfressen zu werden … und irgendwie muss die innere Leere schließlich gefüllt werden.
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Breitband Delirium


29.11.2017

Zahnlose Medien schaffen lieber eine Bühne für Rechts oder goutieren sich darin, wer wohl die kühnsten Spekulationen im herrschenden Politik-Theater bietet. Währenddessen läuft die tumbe Masse uninteressiert einer Schnäppchenschlacht nach der anderen hinterher und führen vor, dass sie zu brav dressierten Konsum-Zombies mutiert sind. Mahnende Stimmen werden nicht gehört, weil es zu wenige sind, um sich gegen das Geschrei der Lobbyisten durchzusetzen und sie vom Rest nur mit deren leeren Blick verständnislos angegafft werden. Über Jahre konnte sich ein Nebel übers Land legen, der sich inzwischen so verdichtet hat, dass nur noch die eigene Hand vor Augen zählt. Ohne Orientierung wird versucht, die trübe Eintönigkeit mit jedem Strohhalm zu vertreiben, der Linderung verspricht. Das politische Geschehen hat sich unterdessen über die diffuse Schicht erhoben und dringt lediglich dumpf und verzerrt hindurch. Wie in einem Dauerrausch verschwimmen Wahrnehmung und Grenzen. Gerade die werden durch die einsetzende Hemmungslosigkeit vermehrt überschritten. Auf allen Ebenen nimmt die Aggressivität zu – physisch und psychisch. Zunehmende Hilflosigkeit und sich Allein gelassen fühlen, schüren Ängste. Hier sticht besonders die Angst vor der Bedeutungslosigkeit hervor. Nicht mehr ernst genommen zu werden verursacht einen penetranten Schmerz, der sich allmählich zu einem chronischen Schaden entwickelt. Die Empfindung, lediglich als Schlachtvieh für die Wirtschaft zu dienen, ist bereits abgestorben. Mag bei eklatanten Ungerechtigkeiten noch ein Aufschrei durch die Untertanen gehen, löst der tief eingedrungene Stachel keine Veränderungen mehr aus. Denken wurde gegen Resignation ausgetauscht und Handeln aufs Empören reduziert. Unvermeidlich entstehen Konflikte und gären wie in einem Gülletrog vor sich hin. Irgendein Funke könnte dann zur Explosion führen. Stinken tut das Ganze schon gewaltig, wie viel entzündliches Gas sich gebildet hat, wird sich erst zeigen, wenn es zu spät ist. Bedauernswerterweise kann im derzeitigen Breitband Delirium weder mit Erkenntnis, noch einer Wandlung gerechnet werden.

Verantwortungslose Erdenbewohner


18.11.2017

Es ist schwer vorstellbar, dass die aktuellen Besiedler des Planeten ihr Verhalten derart ändern, um ihren Nachfahren eine Grundlage zu hinterlassen, wie sie sie selbst vorgefunden haben. Was Mutter Natur in Millionen von Jahren mühsam erschuf, beuten sie in nicht mal einem Wimpernschlag aus. Skrupellos und ohne nachzudenken. Im Jetzt gilt, die maximal mögliche Bereicherung zu erzielen; soll sich die Zukunft mit den Hinterlassenschaften herumschlagen. Deren erwartbares Mäkeln über leere Töpfe, vernichtend strahlenden Müll und unbrauchbare Natur löst heutzutage nur ein desinteressiertes Schulterzucken aus. Keiner der Verantwortlichen fürchtet die Anklagen der Nachwelt, weil biologische Grenzen diesen zuvorkommen. Nach mir die Sintflut hat sich als Credo übergreifend etabliert. Bei der hörigen Besatzung ist Gleichgültigkeit zur apathischen Lethargie mutiert, während die Kommando Schicht ausdünnt und trotzdem an Gewicht zulegt. Eigennützig werden die Massen dirigiert, die inzwischen auf plumpste Animationen anspringen, solange die niederen Instinkte gereizt werden. Animalisch lechzen die Hohlkörper nach jedem vorgesetzten Fraß. Der vormals vorhandene Denkprozess wird ausgelagert, abgegeben oder durch Alibifunktionen ersetzt. Überfordert von Vorgängen und Machenschaften einer nicht mehr zu verstehenden Parallelwelt, aktiviert sich der Aufgabe-Modus. Wer sich wehrt, wird irgendwann von Resignation eingeholt. Verantwortungslosigkeit prägt das Handeln der Führungsebenen. Weil aber die Konsequenz daraus nicht Bestrafung, sondern unverschämter Erfolg ist, will jeder daran teilhaben und antizipiert diesen einst verurteilten Charakterzug. Summa summarum reißt sich jeder ohne Scham unter den Nagel, was die Gier zu fassen kriegt. Wer nicht schnell genug, zurückhaltend oder bescheiden ist, kommt unter die Räder. Entwicklungen haben die Erschaffer abgehängt und offensichtlich eine Umkehrung der geistigen Beschaffenheit eingeleitet. Anders sind die weltweiten Abstrusitäten nicht erklärbar.

USA gehören in die Psychiatrie


03.10.2017

Erneut beweist ein verabscheuungswürdiges Massaker, dass das Land in eine geschlossene Anstalt gehört. Natürlich trifft eine derartige Pauschalisierung auch immer Unschuldige, aber das waren die jetzigen Opfer ebenfalls. Auf bestialischer Weise wurde den Menschen das verzerrte Spiegelbild ihrer krankhaften Ansichten vorgehalten. Gleich mehrfach offenbaren sich grundsätzliche Fehler im System. Weitreichende Überwachung, mit der weltweit die meisten Landesfürsten liebäugeln, erzielt nicht den proklamierten Effekt einer zunehmenden Sicherheit und Schutzfunktion. Vielmehr bestätigt sich ihre Nutzlosigkeit. Schlimmer wiegt indes der neu entfachte Fieberwahn über die Notwendigkeit eine Waffe zu besitzen. Angesichts des Geschehens mutet die Vorstellung grotesk an, dass sich die Chefs der Waffenindustrie und Lobbyverbänden wie der NRA in verschlossenen Hinterzimmern High-Five gegeben haben, doch abwegig ist dies nicht, wie die unmittelbar steigenden Aktienkurse zeigen. Immer wieder untermauern die größten Narren von der NRA, dass nur die eigene Waffe gegen eine andere schützt. Nach deren Bild hätten demnach 30.000 Menschen ihre Waffen zücken und wahllos Richtung Hotel schießen müssen, um nicht Opfer zu werden. Krank. Deren Hirne scheinen von zu vielen imaginären Kugeln durchsiebt zu sein. Gescheitert ist auch das lautstarke Säbelrasseln ihres inkompetenten Präsidenten Donald Trump mit Nordkorea. Es sollte von den innenpolitischen Unzulänglichkeiten im eigenen Land ablenken und das Volk gegen einen neuen Gegner einschwören. Aber der Kasperle im Weißen Haus hält die Weltpolitik für eine riesige Showbühne und ist damit ausgelastet sich ins rechte Licht zu rücken. Krisen, schon gar nicht im eigenen Land und Wetter bedingte noch viel weniger, überfordern ihn. Mit materialistischen, aber inhaltslosen Sprüchen versucht er vom eigenen Unvermögen abzulenken. Das wirklich Entsetzliche der Tragödie ist der doppelt sinnlose Tod der Opfer. Statt Abrüstung wird nur mehr Öl in das zerfressende Feuer der Selbstzerstörung gegossen und der fatalen Staatsreligion Absolution erteilt. Klarer Fall für die Psychiater-Couch. Alleine die eigenmächtige Krönung zum Weltführer zeugt von Größenwahn und Unzurechnungsfähigkeit. Die Welt sollte endlich entscheidend eingreifen, will sie nicht im selbstmörderischen Strudel der USA in Mitleidenschaft gezogen werden.
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Stoppt endlich Glyphosat


28.09.2017

Brasilien, Bermudas, El Salvador und Sri Lanka konnten es. Die sind zwar Weit weg, aber die Abkehr von Brasilien dürften die Giftmischer in ihren Bilanzen gespürt haben. In Europa sind Italien und die Niederlande Vorreiter. Frankreich will es bis 2022 komplett verbieten und Österreich steht ebenfalls kurz davor. 311 Gemeinden haben es dort beeits verboten. Und die größte Wirtschaftsmacht und selbstgerechte Führungsnation Deutschland? Die lässt sich ihre Berichte und Ergebnisse von dem Hersteller Monsanto diktieren. Rückgratlos ohne eigene Haltung laviert der Koloss durch das Weltgeschehen. Man schummelt sich so durch und hofft nirgends anzuecken. Auf die Stimme der Bevölkerung wird wie üblich nicht gehört, weshalb es bei der diesjährigen Bundestagswahl die entsprechende Klatsche gab. Inzwischen kann das Gift schon bei den meisten Menschen im Urin nachgewiesen werden. Unsere Nahrung ist verseucht und die Ackerböden derart vollgesogen, dass es bis ins Trinkwasser vordringt. Aber das Beste ist, dass die Natur dem Pestizid die lange Nase zeigt und inzwischen weitestgehend resistent ist. Es wirkt nicht mehr. Die voraussagbare Reaktion der Verantwortlichen lautet plump, Viel hilf viel. Eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) hat in einer Petition über 1,5 Millionen Unterschriften gesammelt und wird von 117 namhaften Organisationen unterstützt. Aber den Möchtegern Herrschern in Brüssel ist das total egal. Mit begeisterter Hingabe lassen sie sich von den betörenden Lobeshymnen der Industrie ihre weichen Birnen vernebeln. Kritische Studien werden als irrelevant einfach ignoriert. Völlig von der Realität entkoppelt, dirigieren sie aus ihrem wohligem Palast ein imaginäres Land und versuchen es im Rauschzustand nach ihren Vorstellungen zu formen. Kein Wunder, dass die Ablehnung überall zu nimmt. Niederschmetternd und grotesk. Nach Fertigstellung dieser Zeilen tauchte wenigstens ein Lichtblick auf: Monsanto verweigerte sich einer Anhörung, woraufhin das EU-Parlament denen die Lobbyisten-Ausweise entzog. Inwieweit dies von Dauer ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, wird man sehen.
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