Neue Weltordnung

Machen wir uns nichts vor, der Titel ist keineswegs übertrieben, denn genau darum geht es. Das Säbelrasseln um eine neue Weltordnung hat längst eine Eskalationsstufe erreicht, die sich nicht mehr verstecken lässt und selbst in Hintertupfingen zu spüren ist, wenn auch vielleicht die Zusammenhänge nicht verstanden/begriffen werden.

Bisher gab es eine nicht unbedingt akzeptierte, aber stillschweigend geduldete Reihenfolge. Wirtschaftsmacht galt als ausschlaggebender Faktor – wobei durchaus mit militärischer Unterstützung nachgeholfen wurde. Im Zuge weltweit ökonomischer Angleichungen gerät dieser Faktor unter Beweislast und in Erklärungsnot. Einige Nationen haben nachweislich an Gewicht zugelegt, weshalb sie berechtigterweise Ansprüche anmelden. Anderswo hapert es zwar noch deutlich, dafür leistet man sich dort marktschreierisches Führungspersonal, um nicht unterzugehen.

Verschiebungen sind natürliche Vorgänge. Bewegungen bedeuten Veränderungen und bilden damit die elementarste Basis von allem: Leben.

Allerdings existiert inzwischen eine merkwürdige Rasse, die so ihre eigene Vorstellung hat. Sie lässt sich nur äußerst widerspenstig herumschubsen, erkennt befremdliches wenn überhaupt nur widerwillig an und leistet erheblichen Widerstand, frickelt man an seiner selbst proklamierten Macht herum. Gerade bei Letzterem ist man extrem empfindlich.

Solche Feststellungen helfen nur nichts, wenn die nützlichste Eigenschaft lediglich theoretisch vorhanden ist: Vernunft.

Die Verschiebungen werden kommen und die Begleiterscheinungen sind auch ohne hellseherische Fähigkeiten vorhersehbar. Dabei ist das alles so überflüssig, weil am Ende keiner gewinnt. Alles auf diesem Planeten ist begrenzt und wird von natürlichen Kräften geregelt, auch wenn wir das stoisch ignorieren. Also warum das ganze? Es ist so profan, wie albern und tauchte im Text schon auf, denn bei uns Menschen dreht sich alles nur um – Macht.

Das ist unsäglich peinlich, aber zum Glück können wir das niemandem weiter erzählen. Im Universum-TV dürften wir aber der beliebteste Komödien Kanal sein.

Natürlich hilft Sarkasmus nicht über Elend und Leid hinweg, was uns überziehen wird. Dass die Menschen aber überall wegschauen und sich von billigen Taschenspielertricks ködern lassen, ist ein Armutszeugnis und kommt einer kollektiven Achtungsverweigerung gleich. Menschlichkeit kündigt die Verträge mit sich selbst auf. Was für ein Irrsinn.

Wird Zeit, dass Mutter Natur die Karten neu mischt.

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