Scheuklappen bei E-Mobilität

Stets steht bei dieser Thematik der steigende Bedarf an Batterien im Fokus, wobei immer Besorgnis über die Verfügbarkeit des Endprodukts mitschwingt, gleichfalls, ob die bisherige Technik überhaupt ausreicht und warum neue Entwicklungen ausbleiben. Alle notwendigen Grundlagen der Schöpfungskette werden dadurch der öffentlichen Aufmerksamkeit entzogen. Ganz am Anfang finden Prozesse mit weitreichenden Auswirkungen statt, vor denen wir all zu gerne die Augen verschließen. Mit der in diesem Zusammenhang stehenden Zerstörung will niemand gerne in Verbindung gebracht werden. Lieber unterstreicht man vermeintlich tolle Endergebnisse und hebt die Notwendigkeit in Bezug auf den Klimawandel hervor. Man unternimmt jedoch alles, um Details zur Herstellung zu verschleiern. Für engagierte Käufer*innen besäßen diese Faktoren erhebliches Einflusspotential bei der Entscheidungsfindung. Sensibilisiert für das gesamte Ausmaß dieses voran getriebenen Umstiegs, fiele die Diskrepanz zum kolportierten reinen Gewissen unmittelbar auf. Die fehlende Aufklärung ist eine mutwillige Unterschlagung und grenzt an böswilligen Betrug.

Unsere Schwachstelle ist der mit unserem Lebensstil verbundene Energiehunger. Dessen exorbitanter Wachstum vergrößert die Anfälligkeit des gesamten Systems/Kreislaufs. Folgen unserer Zerstörungen blenden wir jedoch aus. Dabei können wir dem Funktionsprinzip dieser Welt nicht entkommen, auch wenn wir unsere Hauptbestrebungen darauf ausrichten, dieses zu beherrschen oder am besten gleich ganz zu ändern: Eine Ursache zieht immer eine Wirkung nach sich, immer! Keine dreckigen Autoabgase mehr klingt nach einem zu befürwortenden Vorhaben. Ob die Umweltzerstörungen für Bestandteile der Akkus tolerierbar oder akzeptabel sind, sollte grundlegend infrage gestellt werden.

Offensichtlich manövrieren wir in eine Zwickmühle. Einen Konflikt im Abwägen der Nachteile, die wir zu unserem Vorteil billigend in Kauf nehmen; im Grunde sogar alleinig für unsere Bequemlichkeit. Weil sich aber erst spätere Generationen mit den Auswirkungen herumschlagen müssen, fällt uns die Entscheidung nicht schwer. Die derzeitigen Debatten und Absichtserklärungen sind kaum mehr als Lippenbekenntnisse. Viel heiße Luft, viel Aufhebens um … tja, worum eigentlich, denn etwas Konkretes, Handfestes, vor allem Substantielles lässt der hektische Aktionismus vermissen. Deswegen sehen auch so wenige Anlass, sich intensiver und/oder umfangreicher zu engagieren. Politiker*innen haben ihren Leumund nahezu verspielt, weshalb ihnen kaum einer zuhört, noch weniger ernst nimmt und erst recht nicht bewegen lässt. Solange sich Politiker*innen immer offensichtlicher als Lakaien der Wirtschaft verdingen, reduziert sich ihre Glaubwürdigkeit gleichermaßen. Und für die Wirtschaft zählt einzig wachsender Profit, der nur mit Ausbeutung steigerbar ist.

Warten wir halt noch ein bisschen. Die Umwelt ist ja nicht besonders schnell mit ihren Reaktionen. Vielleicht überlegt sie sich das mit den negativen Folgen noch mal, wer weiß das schon …

Mehr Lektüre:

Engagement darf auch gerne hier gezeigt werden.