Stoppt endlich Glyphosat

Brasilien, Bermudas, El Salvador und Sri Lanka konnten es. Die sind zwar Weit weg, aber die Abkehr von Brasilien dürften die Giftmischer in ihren Bilanzen gespürt haben. In Europa sind Italien und die Niederlande Vorreiter. Frankreich will es bis 2022 komplett verbieten und Österreich steht ebenfalls kurz davor. 311 Gemeinden haben es dort bereits verboten. Und die größte Wirtschaftsmacht und selbstgerechte Führungsnation Deutschland? Die lässt sich ihre Berichte und Ergebnisse von dem Hersteller Monsanto diktieren. Rückgratlos ohne eigene Haltung laviert der Koloss durch das Weltgeschehen. Man schummelt sich so durch und hofft nirgends anzuecken. Auf die Stimme der Bevölkerung wird wie üblich nicht gehört, weshalb es bei der diesjährigen Bundestagswahl die entsprechende Klatsche gab. Inzwischen kann das Gift schon bei den meisten Menschen im Urin nachgewiesen werden. Unsere Nahrung ist verseucht und die Ackerböden derart voll gesogen, dass es bis ins Trinkwasser vordringt. Aber das Beste ist, dass die Natur dem Pestizid die lange Nase zeigt und inzwischen weitestgehend resistent ist. Es wirkt nicht mehr. Die voraussagbare Reaktion der Verantwortlichen lautet plump, Viel hilf viel. Eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) hat in einer Petition über 1,5 Millionen Unterschriften gesammelt und wird von 117 namhaften Organisationen unterstützt. Aber den Möchtegern Herrschern in Brüssel ist das total egal. Mit begeisterter Hingabe lassen sie sich von den betörenden Lobeshymnen der Industrie ihre weichen Birnen vernebeln. Kritische Studien werden als irrelevant einfach ignoriert. Völlig von der Realität entkoppelt, dirigieren sie aus ihrem wohligem Palast ein imaginäres Land und versuchen es im Rauschzustand nach ihren Vorstellungen zu formen. Kein Wunder, dass die Ablehnung überall zu nimmt. Niederschmetternd und grotesk. Nach Fertigstellung dieser Zeilen tauchte wenigstens ein Lichtblick auf: Monsanto verweigerte sich einer Anhörung, woraufhin das EU-Parlament denen die Lobbyisten-Ausweise entzog. Inwieweit dies von Dauer ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, wird man sehen.

Mehr Lektüre:

TOPP – Italien vollzieht den nächsten Schritt und verbannt Monsantos meistverkauftes Herbizid aus allen Regalen (netzfrauen)

EU-Bürgerinitiative für ein Glyphosat-Verbot gestartet (Die Presse)

Greenpeace-Analyse: Schon 311 österreichische Gemeinden verzichten auf Glyphosat (APA-OTS)

Glyphosat-Bewertung: So tricksten die Behörden (Gen Food Nein Danke)

5 Punkte beweisen: Behörden haben Glyphosat-Studien verfälscht (campact!)

Bee Study Author Fights Back Against Bayer and Syngenta Accusations (EcoWatch)

EFSA-Bewertung zu Glyphosat: Die Industrie schrieb mit (Gen Food Nein Danke)

Frankreich strikt gegen Verlängerung der Zulassung des Unkrautgift Glyphosat (EPOCH TIMES)

Gerichtsakten zeigen: So bleiben kritische Studien außen vor (Gen Food Nein Danke)

Frankreich verbietet Einsatz von Glyphosat (SRF)

Kern tritt für totales Glyphosat-Verbot ein (Die Presse)