Verantwortungslose Erdenbewohner

Es ist schwer vorstellbar, dass die aktuellen Besiedler des Planeten ihr Verhalten derart ändern, um ihren Nachfahren eine Grundlage zu hinterlassen, wie sie sie selbst vorgefunden haben. Was Mutter Natur in Millionen von Jahren mühsam erschuf, beuten sie in nicht mal einem Wimpernschlag aus. Skrupellos und ohne nachzudenken. Im Jetzt gilt, die maximal mögliche Bereicherung zu erzielen; soll sich die Zukunft mit den Hinterlassenschaften herumschlagen. Deren erwartbares Mäkeln über leere Töpfe, vernichtend strahlenden Müll und unbrauchbare Natur löst heutzutage nur ein desinteressiertes Schulterzucken aus. Keiner der Verantwortlichen fürchtet die Anklagen der Nachwelt, weil biologische Grenzen diesen zuvorkommen. Nach mir die Sintflut hat sich als Credo übergreifend etabliert. Bei der hörigen Besatzung ist Gleichgültigkeit zur apathischen Lethargie mutiert, während die Kommando Schicht ausdünnt und trotzdem an Gewicht zulegt. Eigennützig werden die Massen dirigiert, die inzwischen auf plumpste Animationen anspringen, solange die niederen Instinkte gereizt werden. Animalisch lechzen die Hohlkörper nach jedem vorgesetzten Fraß. Der vormals vorhandene Denkprozess wird ausgelagert, abgegeben oder durch Alibifunktionen ersetzt. Überfordert von Vorgängen und Machenschaften einer nicht mehr zu verstehenden Parallelwelt, aktiviert sich der Aufgabe-Modus. Wer sich wehrt, wird irgendwann von Resignation eingeholt. Verantwortungslosigkeit prägt das Handeln der Führungsebenen. Weil aber die Konsequenz daraus nicht Bestrafung, sondern unverschämter Erfolg ist, will jeder daran teilhaben und antizipiert diesen einst verurteilten Charakterzug. Summa summarum reißt sich jeder ohne Scham unter den Nagel, was die Gier zu fassen kriegt. Wer nicht schnell genug, zurückhaltend oder bescheiden ist, kommt unter die Räder. Entwicklungen haben die Erschaffer abgehängt und offensichtlich eine Umkehrung der geistigen Beschaffenheit eingeleitet. Anders sind die weltweiten Abstrusitäten nicht erklärbar.