Verkaufte Gesundheit

Diente die Wirtschaft einst noch ganz dem Wohl der Menschen, vollzog sich in den letzten Jahrzehnten ein dramatischer Wandel. Der neue Dienstherr heißt jetzt Profit. Dem Diktator Geld wird alles ohne Ausnahme unterworfen, selbst jegliche Form von Leben. Menschen nach ihrem wertvollsten Gut gefragt, antworten in der Regel mit “Gesundheit”. Nun hat Gesundheit die ungünstige Eigenschaft immateriell und nicht direkt vermarktbar zu sein. Etwas derart wertvolles nicht vergolden zu können, wäre für die Wirtschaft ein Desaster. Zu ihrem Glück kommt ihnen der grundlegende Existenzmechanismus dieser Erde zu Hilfe: Bilaterale Beziehung. Wie bei einer Münze hat alles eine Gegenseite. Hier lautet der Gegenspieler Krankheit. Mit gedankenloser Unterstützung der Politik hat die Wirtschaft alles zu Objekten reduziert, die man nach belieben handhabt – auch den Mensch. Trotz ungezügelter Profitgier verbietet sich eine direkte Verletzung der Menschen. Von dieser unmittelbaren Einflussnahme entlastet, sprechen sich Unternehmen von jeder Verantwortung frei. Dieser Umstand stellt aber kein Hindernis dar. Die menschlichen Abhängigkeiten von Umwelt und natürlichen Abläufen, zum Beispiel Essen und Trinken, kredenzen scheinbar eine unerschöpfliche Auswahl an Methoden zur indirekten Beeinflussung. In der Folge trifft unternehmerisches Wirken auf schutzlose Individuen, die den Attacken kaum ausweichen können. So etablierte sich Krankheit als Grundzustand. Um diesen zu erhalten, sind die eingesetzten Strategien vor allem hinterhältig und schwer durchschaubar. Nur mit viel Wissen, Aufmerksamkeit und Einsatz kann das bedingt gelingen, aber nicht gänzlich. Derartige Widerspenstigkeiten sind der Wirtschaft ein Dorn im Auge, schließlich gewöhnt man alle Konsumenten mit enormen Aufwand ans Siechtum. Gesundheit muss zum unstillbaren Verlangen mutieren, damit die Nachfrage niemals versiegt. Erhebt sich Widerstand, diktiert man den Regierungsmarionetten verträgliche Lösungen in deren Gebetsbücher. Der Ausverkauf kennt keine Grenzen. Selbst der Tod wird als Begleiterscheinung achselzuckend ignoriert. Hauptsache die eigene Kasse macht Freudensprünge.

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