Demokratie Demontage

Das Konstrukt der Demokratie ist brüchig geworden und kommt den Abrissbirnen gefährlich nahe. Es bedarf keines gründlichen Blicks unter die Oberfläche mehr, um den Zerfall zu erkennen. Weltweit kämpfen sich autokratische Strukturen an die Spitze. Selbst moderate Länder, denen eine stabile Demokratie zugeschrieben wird, befällt die Zersetzung. Zwar bemüht man sich den Anschein zu wahren, was die Auflösungstendenzen nur dürftig kaschiert. Um den eigenen Machtstatus zu erhalten, folgt Politik selbst ruinösen Tendenzen. Augenscheinlich wird dabei das Volk entmachtet, welches ob des Verlustes keineswegs zürnt, sogar befeuert, denn es reicht die Köder selbst an. Länderübergreifend gleichen sich die Lockmittel, weil sie niedere Instinkte ansprechen: Gefährdung von Freiheit, Sicherheit und Wahrung nationaler Identität. Der Gedanke an einer zügellosen Vermengung von Menschen und Kulturen übersteigt dann doch die Vorstellungskraft Vieler. Grenzen im Kopf hatten ausreichend Zeit sich zu manifestieren. Global wird in dem Maße akzeptiert, wie es dem eigenen Nutzen gereicht. Die unersättliche Gier im Geldkreislauf, sowie ausufernde Gewalt, geprägt von den Unterdrückungsfantasien des Islams, schüren Verlust- und Existenzängste. In der Abschottung wird das Heil gesucht, um jegliches Unbill abzuwehren. Hierfür ist Demokratie ungeeignet, weil sie zu weich und ein in sich fragiles System ist. Ersetzt wird sie von der Ochlokratie, bei der Eigennutz und Habsucht im Vordergrund stehen, nicht das Gemeinwohl einer Demokratie. Von der Wirtschaft ungestört und erfolgreich vorgelebt, will auch der Einzelne maximal profitieren und verteidigt sein vermeintliches Recht auf Erlangtes, wozu auch abstraktes wie „Heimat“, „Nationalität“ oder „Meinungshoheit“ zählt. Gewiefte Lenker bündeln diese Ichbezogenheit, um noch intensiver an den Pfeilern der Demokratie zu sägen. Mit welchem Nutzen? Keinen. Allerorten dreht es sich ums Profilieren, Dominieren und dem unvermeidlichen Machtbesitz. Die Folgen sind egal. Jeder wünscht sich einen Blick in die Zukunft, kümmert sich im Jetzt aber einen feuchten Dreck um deren Gestaltung und demontiert sich selbst … gedankenlose Menschen eben.

Mehr Lektüre:

*Ochlokratie, Pöbelherrschaft (Wikipedia)

„Wer demokratische Normen verletzt, darf nicht belohnt werden“ (Deutschlandfunk Kultur)