Fingierte Arbeitslosenzahlen

Stolz verkündete der Leiter der Bundesagentur für Arbeit ein neues Rekordtief in der Arbeitslosenstatistik. Auch im abgelaufenen Wahlkampf waren die niedrigen Arbeitslosenzahlen ein gern genommenes Thema, immer verknüpft mit dem als Mahnung anmutenden Hinweis „Uns geht es so Gut wie nie“. Zu den Grundlagen der Psychologie gehört, wiederhole eine Aussage ausreichend oft, dann wird sie zur Wahrheit und jeder glaubt daran. Hingegen verwundert der Automatismus in diesem Fall, existiert doch ein gesunder Argwohn gegenüber Statistiken, der nicht umsonst zu der bekannten Phrase führte, „Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Verantwortlich für diese Ausnahme von der Regel ist der unbedingte Wunsch nach der Wahrhaftigkeit der präsentierten Zahlen. Allerdings zeigt das Bundestagswahlergebnis, dass die bedingungslose Zustimmung bröckelt. Das vermeintliche „Gefühl“ eines Ungleichgewichts basiert auf der Realität, denn tatsächlich sind die dargebotenen Quoten fingiert. Geschönt durch die Agenda 2010 einer damaligen Sozial-Grünen Regierungskoalition – was es zur Ironie macht und die Bevölkerung verhöhnt. In Wirklichkeit wären die Zahlen „unschön“ und das Gegenteil von dem, was uns die Erfolgsmeldungen verkaufen wollen. Ein Großteil der Betroffenen wird herausgerechnet, was es für die doppelt Schlimm macht, suggeriert es ihnen, „ihr seid nichts Wert, taugt nicht mal für eine offizielle Statistik!“ Für eine verantwortungsvolle Politik ist das beschämend. Fraglich ist, wozu das taugen soll oder wem damit gedient ist? Sich selber belügen ist eine Sache, ein ganzes Volk dagegen reiner Betrug. Kein Wunder, dass die Wut zunimmt. Außer einem Kreuz auf einem Stückchen Papier steht den Betrogenen kein Mittel zur Gegenwehr zur Verfügung und wird in der Verzweiflung für extreme Entscheidungen missbraucht. Auf Dauer lassen sich Wahrheiten nicht vertuschen. Vielmehr erlangen sie dadurch neue Dimensionen und richten bei der Offenlegung größeren Schaden an, als es hätte sein müssen. Das ist blamabel und entwürdigend.

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