In die Tasche gelogen

Politiker*innen halten an der abwegigen Vorstellung fest, es würde tatsächlich für jeden arbeitsfähigen Bürger eine sozialpflichtige Beschäftigung geben. Dabei lügt sich die Öffentlichkeit schon bei den Arbeitslosenzahlen in die eigene Tasche. Mögen die Statistiken derzeit noch erfreulich und zuversichtlich stimmen, fundiert unser derzeitiges – vermeintliches – Hoch auf einem zwielichtigem Fundament. Die Arbeitslosigkeit wird in den nächsten Jahren explodieren. Nicht nur bei uns, sondern weltweit werden massenhaft Mitarbeiter entlassen, weil sie nicht mehr benötigt werden.

„Der beste Schutz vor Armut ist Arbeit“, sagt NRWs Arbeitgeber Präsident Arndt Kirchhoff. Das sind Ansichten wie zu Hitlers Zeiten, als Millionen Arbeitslosen mit Sklavenjobs eine heile Welt vorgegaukelt wurde. In Zeiten des geheiligten Neoliberalimus‘ haben jedoch Aktionäre das Wort. Taugen diese Abstauber nicht mal zur produktiven Bereicherung, geht diesen Hornochsen glatt durch die niederfrequente Gehirnstruktur, dass Massen an Arbeitslosen kein Zugewinn auf der Einnahmenseite generieren können. Ohne Geld keine Konsum.

So simpel diese Gleichung ist, entzieht sie sich jeglicher Beachtung.

Die monatlich verkündeten Arbeitslosenstatistiken sind nicht nur gnadenlos geschönt, sondern schlichtweg gelogen. Von den Staatssendern ARD und ZDF ist natürlich keine objektive Berichterstattung zu erwarten. Die jammern lieber über mangelhafte Finanzierung und boykottieren mit den subventionierten Milliarden jede wirklichkeitsnahe Berichterstattung.

Addiert man alle Menschen ohne Arbeit zusammen, ergibt sich eine Zahl, die ungefähr 3 mal so hoch ist, wie die ausgelobte. Guckt man dann noch genauer hin, offenbart sich weiteres Ungemach. Denn diese Lüge lässt sich der Staat einiges kosten, wofür letztlich der Steuerzahler blecht, um sich selbst zu belügen. Grotesk? Logisch. Solidargemeinschaft? Politik lügt in meinem Namen? Nein. Abwegig.

Dummerweise geht Politik immer noch davon aus, es steht genug Arbeit zur Verfügung, um alle vermeintlich Nichtwilligen zur Aufnahme irgendwelcher Fantasiejobs zu zwingen. Das müssen sie, weil kein Staatshaushalt je auf die wirklich anstehenden zu leistenden Sozialleistungen vorbereitet ist, noch entsprechende Rückstellungen dafür vorgesehen hat.

Um es mal in verständliche Worte zu fassen: Kein Staat – keiner! – ist auf die kommende Sozialflut vorbereitet, noch sind die Mittel zur Eindämmung vorhanden. Als einziger Ausweg bleibt, die vormaligen Stützen der Gesellschaft als Aussätzige zu diffamieren. Ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, was dieses Vorgehen bei den Betroffenen auslöst.

In Österreich wird die Mindestsicherung gekürzt, damit es sich wieder auszahlt arbeiten zu gehen. Wenn 370.000 Arbeitssuchende 70.000 freien Stellen gegenüber stehen, stellt sich die Frage der Sinnhaftigkeit. Vielleicht wird auf die 10 Jahre frühere Sterblichkeit spekuliert, die arme Menschen ereilt. Grotesk?

Weltweit werden Mitarbeiter zu tausenden entlassen und sind hiesigen Journalen nur eine Randnotiz wert. Die Profite, die Aktionäre fordern, sind nur noch doch Reduzierung der Belegschaft zu erreichen. Natürlich ist das krank, aber wer so kurzsichtig denkt, lässt sich nicht von nachhaltigen Strategien überzeugen. Ich will! Jetzt! Lautet die Devise der Oberklasse.

Erschütternd ist lediglich die Berichterstattung, gerade von den öffentlich subventionierten Sendeanstalten ARD und ZDF. Glatt gebügelter Patriotismus verdeckt hässliche Realität. Dass sich deren Moderatoren nicht schämen, ist eine Sache, die verheerende Wirkung ist natürlich bewusst gewählt.

Doch zurück zum Alltag vieler Deutscher. Zurück zu den Fantasien deutscher Politiker*innen, die keine Vorstellung vom wirklichen Leben haben. Zurück zu Politiker*innen, die glauben eine indische billig Näherin sei nicht durch Roboter zu ersetzen. Zurück zu Politiker*innen, die ihres gesättigten Status‘ wegen keine Abnormalitäten erkennen.

Kein Politiker würde 6 Monate im Hartz IV ohne lautes Geschrei überleben. FDP und AfD Politiker*innen schon gar nicht. Wenn aber 19.000 Kohle Arbeiter mehr Gewicht erlangen, als 80.000 entlassenen Kollegen in der erneuerbaren Energiewirtschaft, sind die Kohle Befürworter einfach nur Arschlöcher, die den Zug der Zeit verpasst haben.

Grundproblem sind aber Politiker*innen, die nicht kapieren, was sie da anrichten. Die mit wortgewandten Reden vom bestehenden Virus ablenken, um sich selbst über die Zeit zu retten. Das ist armselig.

Millionen Menschen werden demnächst weltweit arbeitslos … und die Welt hat keine Antwort darauf.

Deutschland ist zwar ein Vorreiter im Verbiegen von Tatsachen, aber wird ersticken, wenn es von der Realität eingeholt wird. Millionen Menschen als Abschaum zu klassifizieren, wird den Ignoranten schmerzlich auf die Füße fallen.

Grundproblem ist aber die verbreitete Tendenz, sich etwas vorzustellen. Wer sein Schön-Gerede in jede Kamera hält, ist nicht mehr zurechnungsfähig. Lügen zu verbreiten ist widerwärtig, schert aber die Politik in keinster Weise.

Fazit: Nicht arbeitsfähige und -willige Menschen gehören bestraft, sondern ignorante Politiker*innen, die sich vom realen Wirken in ihrem Land abgewendet haben.

Sich selbst belügen ist eine Sache; Gewissen ist die andere Seite, die Politik geflissentlich ausblendet. Nein, es kann nichts ausgeblendet werden, was nicht existiert. Politik ist, sich gegen die Menschen zu richten. Abartig!


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