Neue Partei gesucht

Doch, es gibt sie – tatsächlich! Politikerinnen und Politiker, die Zusammenhänge erkennen und benennen. Die sich als das verstehen, zu dem sie als Vertreter der Bürger berufen wurden und die gesellschaftliche Verantwortung über eigene Befindlichkeiten stellen. Die sich nicht in selbstherrlicher Egomanie nur um sich selbst drehen und einzig nach Macht lechzen, die sie dann missbrauchen, weil ihnen völlig abgehoben gerade das fehlt, was für die Ausübung ihrer Aufgabe fundamental wichtig ist: Werte. Lediglich lautstark darüber lamentieren können, aber täglich das Gegenteil unter Beweis stellen.

Wer sich zurecht als Volksvertreter bezeichnen darf? Da sind zum Beispiel Sahra Wagenknecht und Fabio di Masi (beide Die Linke), Marc Bülow (ehemals SPD), Gerhard Schick (ehemals Die Grünen), Julia Reda und Patrick Breyer (beide Piratenpartei), Sven Giegold, Jan Philipp Albrecht und Konstantin von Notz (alle Die Grünen), um für den Anfang nur mal die bekanntesten aufzuzählen.

Das Problem ist nun recht offensichtlich: verschiedene Parteizugehörigkeiten und damit mehr oder weniger Konkurrenten im Kampf um Wählerstimmen. Gefangen im Korsett ihrer Partei, können sie ihr Potential nur unzureichend entfalten. Was vielleicht wundert – oder wohl auch eher nicht – sind fehlende Namen aus den selbsternannten “Volksparteien” CDU und SPD. Hier sticht niemand mit ausgeprägter oder sich absetzender Bodenhaftung hervor. Die sinkenden Zuspruchswerte haben noch längst nicht ihren Tiefpunkt erreicht. Diesen Niedergang haben sich die beiden Parteien wirklich redlich selbst verdient.

Den Bedarf für eine neue Partei hat man in der AfD rechtzeitig erkannt und mit der nationalistischen Ausrichtung auch den wunden Punkt der Menschen getroffen. Was nicht heißt, dass dies der einzige Weg gewesen wäre, um die “besorgten” Bürger zu erreichen und der entfachte Hass als alleinige Lösung zu betrachten ist.

Die restlichen Parteien zerfließen in ihrer Borniertheit, sichtbar in der Hilflosigkeit, mit dieser Situation umzugehen. Was uns Bürgern da an Personal zugemutet wird, ist geballte Unfähigkeit und im Grunde eine Frechheit. Selbst der “Nachwuchs” ist entweder neoliberal verseucht, Machtlüsternd oder beides zusammen. Von Herrn Kühnert beispielsweise erinnere ich nur, dass er ständig sagt, wie es nicht und so nicht geht, aber nicht, wie es denn geht. Aber da ich die unreflektiert indoktrinierenden “Qualitäts”-Medien nicht lese, kann mir möglicherweise auch was entgangen sein.

Wenn sich die oben genannten Personen zu einer neuen Partei zusammenfinden würden, dürften sie bis 2021 einen innenpolitischen Tsunami auslösen und die dann stattfindende Bundestagswahl im Handstreich für sich entscheiden.

Ich behaupte und bin überzeugt, dass sich Deutschland nach einer neuen Partei geradezu sehnt. Es ist aber notwendig, dass sich hier schnell etwas spürbar bewegt, um das angeschlagene Schiff rechtzeitig in den Griff zu kriegen und in ruhigere Gewässer zu steuern.

Meine Stimme hätten sie.