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bissiges Dazwischengequatsche

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Politik

Renten Witz


30.08.2018

Ein Arbeitnehmer, der es körperlich und gesundheitlich geschafft hat mindestens 45 Jahre durchgehend zu Arbeiten, erhält als Dank für treue, beständige und hohe Steuerzahlungen 48 % seines durchschnittlichen(!) Gehalts als Rente. Diesen Level bis 2025 halten zu können, wird auf der Berliner Politik Showbühne Stolz als Gewinn/Erfolg verkauft. Anschließend reicht ein Blick auf die Entwicklung der letzten Jahrzehnte, um jede Hoffnung auf eine Kehrtwende umgehend zu begraben. Denn gerade an Planspielen für die Zeit nach 2025 wollen sich heutige Politiker nicht die Finger verbrennen, gehen dann nach und nach die "Baby-Boomer"-Jahrgänge in Rente. Der Rentenkasse droht eine Flut Anspruchssteller. Allerdings zeichnet sich ab, dass davon eine nicht unbeträchtliche Zahl direkt von der Altersarmut begrüßt werden wird. Ins verzerrte Bild passt, dass das Sozialministerium in den letzten 20 Jahren, mit einer kurzen Pause von vier Jahren (2009 – 2013), von der SPD geleitet wird. Die Bestandsgarantie als das Beste zu erzielende Ergebnis zu feiern, offenbart den Realitätsverlust dieser angeblich “sozialen” Partei. Hofiert wird dieser “Erfolg” von den selbstverliebten Medien, die weite Teile an Informationen unterschlagen und schon gar nicht Zusammenhänge und Bedeutungen erklären. »Haltet das Volk dumm und streut ihnen ab und zu ein paar Stücke Zucker vor die Füße«, scheint die stillschweigende Übereinkunft zwischen Politik und Presse zu sein. Sollten mal Wahrheiten ans Licht kommen, fallen sie den Nachfolgern auf die Füße. Der Staat beansprucht die Kapitänsbinde, schiebt aber Verantwortung für fehlgeleiteten Aktionismus und dessen Auswirkungen von sich. Rücksichtslos wird von wirtschaftsgefügigen Weicheiern am Verfall des Sozialstaats gearbeitet. Pflicht erfüllend wird den Bürgern zum Abschluss privater Versicherungen geraten, wenn ihnen die staatlichen Almosen zu mickrig sind. Kassiert diese Vorsorge aber eiskalt und skrupellos ein, gerät man in Verlegenheit, mit dem Hartz-IV-System Bekanntschaft zu machen. Vermehrt fliegen ihnen sämtliche Folgen lautstark einer wütend werdenden Bevölkerung um die Ohren, aber Ignorieren gehört zur Grundausstattung von Politikern.
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Endstation Politfilz


06.03.2018

"Vitamin B" hat als Synonym für "Beziehungen" seinen Platz in unserem Sprachschatz gefunden. Ins Abseits geraten ist die Redewendung, "wer nichts wird, wird Politiker". Die damit ausgedrückten Kombination aus Profilierungssucht, Machtstreben und Unfähigkeit hat sich als unvermeidbar erwiesen. Zudem wurde die Kombi dank YouTube zur Massenhysterie, weshalb die Unzulänglichkeiten heutiger Politiker kaum noch Beachtung finden. In diesem Zuge ist die Vorteilsnahme "aus" dem Amt vom Radar der Leute verschwunden. Schon immer existent, gewinnt sie in Zeiten wirtschaftlicher Dominanz an Brisanz. Politiker degradieren sich zu Befehlsempfängern der Geldmacht, weshalb ein "Seitenwechsel" heikel ist. Häufig resultiert deren politische Laufbahn aus fraglicher Qualifikation für eine Wirtschaftskarriere, reicht jedoch für einen zügigen Aufstieg im Politzirkus, was wegen der meist kurzen Verweildauer erstrebenswert ist. Am Ende locken lukrative Posten in der Wirtschaft, die auf herkömmlichen Weg unerreichbar wären. Notfalls schaffen Unternehmen sogar erst Positionen für scheidende Politiker. An den fetten Trögen ist nicht für jeden unnützen Politiker Platz. Damit diese nicht darben müssen, was angesichts weiter gezahlten Gehälter/Pensionen nicht der Fall ist, oder sich nutzlos langweilen, werden sie innerhalb des System verteilt. Jegliche Eignung spielt wie im Politikgeschäft keine Rolle. Als Reste-Rampe stehen in unserem Verwaltungsverliebten Land viele Möglichkeiten bereit. Zum Beispiel im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk (ÖRR), der nicht "Staatsfunk" gescholten werden will. Wer aber derart von Politikern durchzogen ist, stets konform und wohlgesonnen berichtet, verdient sich diese Bezeichnung. Zweifellos ist die europäische Politikbühne bei den Überflüssigen ungleich beliebter. Bedauerlicherweise dürfen sie hier dann am ganz großen Rad drehen – zu unser aller Verhängnis. War der Politfilz schon immer ein lästiges Übel, erreicht die Filzokratie gefährliche Ausmaße. Hinterzimmer Mauscheleien dienen der Übervorteilung bereits Bevorzugter und Ausbau des Vitamin B Speichers. Mangels adäquater Mittel zur Gegenwehr, ertragen die Bürger das Geschehen. Aber die Herrschergilde hat sich schon oft in Sicherheit gewogen … bis der Faden bei den Untertanen riss.
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Demokratie Demontage


01.03.2018

Das Konstrukt der Demokratie ist brüchig geworden und kommt den Abrissbirnen gefährlich nahe. Es bedarf keines gründlichen Blicks unter die Oberfläche mehr, um den Zerfall zu erkennen. Weltweit kämpfen sich autokratische Strukturen an die Spitze. Selbst moderate Länder, denen eine stabile Demokratie zugeschrieben wird, befällt die Zersetzung. Zwar bemüht man sich den Anschein zu wahren, was die Auflösungstendenzen nur dürftig kaschiert. Um den eigenen Machtstatus zu erhalten, folgt Politik selbst ruinösen Tendenzen. Augenscheinlich wird dabei das Volk entmachtet, welches ob des Verlustes keineswegs zürnt, sogar befeuert, denn es reicht die Köder selbst an. Länderübergreifend gleichen sich die Lockmittel, weil sie niedere Instinkte ansprechen: Gefährdung von Freiheit, Sicherheit und Wahrung nationaler Identität. Der Gedanke an einer zügellosen Vermengung von Menschen und Kulturen übersteigt dann doch die Vorstellungskraft Vieler. Grenzen im Kopf hatten ausreichend Zeit sich zu manifestieren. Global wird in dem Maße akzeptiert, wie es dem eigenen Nutzen gereicht. Die unersättliche Gier im Geldkreislauf, sowie ausufernde Gewalt, geprägt von den Unterdrückungsfantasien des Islams, schüren Verlust- und Existenzängste. In der Abschottung wird das Heil gesucht, um jegliches Unbill abzuwehren. Hierfür ist Demokratie ungeeignet, weil sie zu weich und ein in sich fragiles System ist. Ersetzt wird sie von der Ochlokratie*, bei der Eigennutz und Habsucht im Vordergrund stehen, nicht das Gemeinwohl einer Demokratie. Von der Wirtschaft ungestört und erfolgreich vorgelebt, will auch der Einzelne maximal profitieren und verteidigt sein vermeintliches Recht auf Erlangtes, wozu auch abstraktes wie "Heimat", "Nationalität" oder "Meinungshoheit" zählt. Gewiefte Lenker bündeln diese Ichbezogenheit, um noch intensiver an den Pfeilern der Demokratie zu sägen. Mit welchem Nutzen? Keinen. Allerorten dreht es sich ums Profilieren, Dominieren und dem unvermeidlichen Machtbesitz. Die Folgen sind egal. Jeder wünscht sich einen Blick in die Zukunft, kümmert sich im Jetzt aber einen feuchten Dreck um deren Gestaltung und demontiert sich selbst … gedankenlose Menschen eben.
⇒ * Wikipedia // ⇒ Deutschlandfunk Kultur

3. Weltkrieg


09.02.2018

Es ist absurd, grotesk, geradezu irrsinnig davon zu sprechen, nicht mal denken sollte man es. Selbst die Ausschluss-Floskel, es niemanden zu wünschen, verbietet sich. Doch ist es angesichts weltweiter Entwicklungen nicht fahrlässig und verantwortungslos, die Augen zu verschließen oder es leichtfertig als unrealistisch aus der Wahrnehmung zu wischen, um sich nicht damit zu beschäftigen? Reicht es darauf zu hoffen, dass rechtzeitig Vernunft einkehrt? Allerdings sind gerade bezüglich der Vernunft Zweifel angebracht. Vernunft ist mit dem steigenden Druck unvereinbar. Macht- und Hierarchie-Ordnungen entgleiten ihrer gewohnten Struktur und verteilen sich neu. Mit den Nebenwirkungen ist das alte Establishment überfordert. Veränderungen haben zu ihren Bedingungen abzulaufen oder sie werden grantig. Spannungen stricken ein sich zusammenziehendes Netz um diesen Planeten. Regierungen sind der Schlüssel zum Problem, wie auch zur Lösung. Das Problem, weil sie die Eskalationen herauf beschwören und unfähig sind ihre Engstirnigkeit abzulegen. Die Lösung, weil sie an den Hebeln sitzen, um die Flammen unter dem brodelnden Wassertopf zu löschen. Aber eben nicht die, die den Mist anrichten und sich auch noch Scheinheilig geben. Das ist der verhängnisvolle Irrtum. Sie müssten gegen sich selber agieren – was unvorstellbar ist – und erst mal die Einsicht dazu besitzen – was ausgeschlossen ist. Der schwerwiegendste Fehler und größte Bürde ist der Kontrollverlust über den Finanzkreislauf. Dessen Verselbständigung wird sogar weiter forciert, weil die geschaffene Abhängigkeit jetzt als Heilsbringer fungieren muss. Daran hat die Wirtschaft aber kein Interesse. Für sie zählt einzig der eigene Vorteil und der steht einer gerechten, ausgeglichenen Welt entgegen. Die gesamte Situation steuert auf das Ende einer Sackgasse zu. "Weiter so" und "Augen zu und durch" machen den Crash unausweichlich. Braucht es erst einen Weltkrieg als reinigendes Gewitter oder ist dieser letztlich der Aufprall an der Wand? Die weisen Worte "aus der Geschichte lernen" nützen nichts, wenn die Sprecher sie nicht umsetzen können. Politiker reiten die Menschheit in einen verheerenden Schlamassel. Alles nur Schwarzmalerei? Das wäre wirklich wünschenswert.
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Staatsfeind gesucht


19.12.2017

In der Türkei zeigt Erdogan, welch praktische Vorteile ein Staatsfeind hat. Orbán kopiert dieses Modell nun in Ungarn. Als nächstes böte sich Polen an, denen zu viel Freiheit zunehmend auf die Nerven geht. Gefolgt von Spanien. Spanien? Unbedingt, wird dort seit geraumer Zeit weitestgehend unbemerkt die Autorität weiter ausgebaut. Die Vorkommnisse in Katalonien zeigen lediglich die Spitze des Eisbergs, liefern der Regierung aber einen potentiellen Kandidaten für den Job. Russland zaubert reihenweise Staatsfeinde aus dem Ärmel und in China landet mit der Freiheit gleich ein Menschenrecht auf der Abschussliste. Diese Aufzählung ist unvollständig und dient zur Veranschaulichung. Wozu ein Staatsfeind taugt? Von sich aus ist der Betroffene kein Feind seiner Heimat, nur der herrschenden Elite ein Dorn im Auge. Er stellt sich ihnen mit heftiger und meist berechtigter Kritik entgegen, was die Menge seiner Anhängern belegt. Unbequem vertritt er gegensätzliche Ansichten. Einmal zum Staatsfeind erklärt, haben seine Sympathisanten einen schweren Stand, färbt dessen Stempel auf sie ab. Die Mächtigen können nun legitimiert ihr Land von unerwünschten Einflüssen säubern. Sogar über eigene Grenzen hinweg strecken sie ihre Fühler aus. Folgt man andernorts nicht ihrem Ansinnen, wird nicht nur beleidigt reagiert, sondern mit Drohgebärden eine unangebrachte Eskalation in Kauf genommen. Bei den europäischen Vorreitern kristallisiert sich ein weiteres Feindbild heraus – die Europäische Union. Mit wachsender Entschlossenheit positionieren sie sich gegen deren Vereinheitlichung und Beherrschung. Beim Volk ernten sie vermehrt Zustimmung als Ablehnung. Die von Frankreichs Präsident Macron initiierten Ambitionen zu mehr übergeordneter Machtkonzentration in Brüssel und die von der deutschen SPD formulierten Vereinigten Staaten von Europa gießen nur Öl in ein längst entflammtes Feuer. Überall wird darüber weggeguckt, doch wenn es unübersehbar geworden ist, wird keine Feuerwehr mehr helfen. Unter Missachtung aller Gefahren werden weltweit ungebremst Feindbilder aufgebaut und Aggressionen geschürt. Da aber Vernunft abgeschafft wurde, wird die es nicht richten können.

Volksstimme schweigt … nicht


25.11.2017

Mit ihrem Kreuz überantworten Wähler ihre Stimme einem politischem Vertreter, um von diesem in der Landes- oder Bundesregierung repräsentiert zu werden. Egal wie man es dreht und wendet, Bürgern stehen zwei Optionen zur Verfügung: Ja oder Nein … Gültig oder Ungültig … Kreuz oder kein Kreuz. Am Ende wurde entweder eine zählbare Stimme abgegeben oder eben nicht, Abstufungen existieren nicht. Kein vielleicht; kein mal sehen; kein ach doch lieber nicht; kein revidieren. Äußerst ärgerlich wird es dadurch, wenn besagte Volksvertreter den Wählern ihre Stimme versagen. Statt in Abstimmungen eine klare Position mit Ja oder Nein zu beziehen, stellen sie sich in die unbedeutende Mitte und enthalten sich. Damit überlassen sie Entscheidungen denen, die sich ihrer Verantwortung und ihres Auftrags verpflichtet fühlen. Ob sie immer im Sinne ihrer Wähler stimmen, spielt erst mal keine Rolle. Ausschlaggebend ist, dass sie der Volksstimme einen Inhalt geben – das ist ihre Existenzgrundlage! Mag das Desinteresse in der Bevölkerung in dem Maße zunehmen, wie selbständiges Nachdenken abnimmt, dürfen sich politische Gremien diese Entwicklung nicht zu Eigen machen. Soldaten, die in ein Kriegsgebiet geschickt werden sollen, verdienen eine klare Positionierung und kein ist mir egal, um nur eines von unzähligen Beispielen zu nennen. Die Variante einer Enthaltung muss abgeschafft werden! Niemand ist und darf stimmlos bleiben. Kann sich ein Volksvertreter nicht zu einem deutlichen Votum durchringen und begründet eine Enthaltung mit seinem Gewissen, hat er genau dieses nicht. Die Stimme des Volkes schweigen zu lassen, ist gewissenlos. Zudem ist es schlichtweg eine Arbeitsverweigerung, die spürbar geahndet werden sollte. Ebenso zu verdammen ist die Unsitte, gegen eine vorherrschende Volksmeinung zu stimmen und diese Vorgänge in Zeiten durchzuführen, an denen der Fokus der Allgemeinheit durch irgendein Großereignis abgelenkt ist. Das ist infam und undemokratisch. Gegen das Volk zu agieren, bleibt nicht folgenlos … wie leider deutlich zu sehen ist.

Jamaika


21.11.2017

Zum einen sind da Temperaturen, die man in unseren Breiten nicht auf Dauer aushält. Zum anderen Hurrikans, deren Gewalt man bei uns nur aus Fernsehberichten kennt und vorzugsweise lieber nicht am eigenen Leib erleben möchte. Nun scheint in unserem beschaulichen Ländle beides gleichzeitig über uns hereinzubrechen. Eine überhitzte Debatte, die in einem plötzlichen Orkan gipfelte und am Ende Verwüstung hinterlässt. Für alle Beteiligten ist … war Jamaika unbekanntes Terrain. Im Normalfall bedient man sich eines ortskundigen Führers, der nicht existiert, weil er bisher nicht benötigt wurde. Stattdessen stritt man über den besten Weg. Wobei, bester Weg? Den doch keiner kennt, kennen kann? In dem Disput, welche Farbanteile in welchen Gewichtungen vorliegen müssen, wurde hart für das Ego gekämpft und geflissentlich übersehen, welchen Auftrag die Streithähne zu erfüllen haben … hätten. Sie sind nicht die Kapitäne; nicht die, die das Seil in der Hand haben, mit dem sie das Volk am Nasenring hinter sich her ziehen. Sie sind lediglich die Steuermänner, die ihre Befehle von den Bürgern erhalten und auszuführen haben. Sie sind an Seilen vor einen Schlitten gespannt auf dem das Volk sitzt und müssen deren Peitsche ertragen. Dies gilt grundsätzlich, auch wenn ihnen in den letzten Jahrzehnten eine Flucht aus den selbstauferlegten Fesseln gelungen ist und sie eine Umkehrung über die Rollenverteilung im Bewusstsein der Bevölkerung einleiten konnten. Begleitet wird die Wandlung der Politik von zunehmender Verantwortungslosigkeit und verstärktem Machtgeplänkel. Die eigentliche Aufgabe wird unter einem Schwall inhaltsloser Worte begraben, womit den Adressaten unterschwellig suggeriert wird, sie sind deren Erfassung geistig nicht gewachsen. In so fern erweisen sich die gescheiterten Sondierungen hoffentlich als Augen öffnender Akt. Beharren auf eigene Standpunkte, sogenannte Gesichtswahrung, hört sich vernünftig an und lässt sich entsprechend leicht verkaufen … und lenkt hervorragend von der desaströsen Wahrheit ab: Versagen auf ganzer Linie!
⇒ Dirk von Gehlen

Katalonien entblößt Europas Fratze


16.11.2017

Die Vorgänge in Katalonien offenbaren, wie sehr Spaniens Regierungspolitiker der Diktatur nachtrauern. Es ist müßig darüber zu spekulieren, ob zu wenig oder nicht richtig miteinander geredet wurde. Die strikte Ablehnung von Kataloniens Begehren und einseitige Durchsetzung vermeintlichen Rechts zeigen, dass Spaniens Demokratie Verständnis aufhört, wenn zumindest Teile des Volks diese einfordern. Deprimierend wird der Vorgang durch die erstaunliche Einigkeit europäischer Politiker, die sich verlogen hinter Madrid verstecken. Unisono plappern sie, man mische sich nicht in innere Angelegenheiten eines Mitgliedstaats ein. Was für eine Verballhornung! Unabhängig vom Europäischen Gerichtshof (EuGH), der permanent in die Autonomie der Länder eingreift, weil dieser Zwang zu den Nutzungsbedingungen der EU gehört und nationale Rechtsprechung zu einer minderwertigen Randerscheinung degradiert, schaltet sich Brüssel bei den nationalistischen Bestrebungen mancher Staaten vehement ein. Obwohl dieses Gebären lächerlich ist, gleicht es dem unwilligem Knurren eines zahnlosen Dackels. Angeblich will Brüssel einen Präzedenzfall verhindern, um keine Nachahmer zu animieren. Das leuchtet nur begrenzt ein. Als übergeordnete Institution sollte es belanglos sein, aus wie vielen Einzelteilen das Puzzle besteht. Jugoslawien wurde aufgeteilt und der Ostblock existiert in dieser Form auch erst kurz. Die Macht-Neurotiker in Brüssel verzehren sich doch nach Wachstum, weshalb Länder integriert werden, die die Aufnahmebedingungen nicht erfüllen, z. B. Griechenland. Geografische Grenzen beschneiden die Ausdehnung der Einrichtung EU. Um zahlenmäßig zuzulegen müssen neue Länder entstehen. Ein Einmischen von Brüssel in den Konflikt wäre logisch gewesen. Wenn aber demokratische Bestrebungen von der Verfassung im Keim erstickt werden, muss gerade Brüssel dem entgegenwirken. Ist nicht mehr gewährleistet, dass ein Volk über sein Wohl entscheidet, löst sich Demokratie auf. Hier wird mit gespaltener Zunge gesprochen, was mit Akzeptanzabnahme bei den Bürgern leidlich bestraft wird. Würfen auch andere europäische Länder einen prüfenden Blick in den Spiegel, erblickten sie ebenso eine abstoßende Fratze. Souverän sieht anders aus.
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Zukunftsland Deutschland


14.11.2017

Von wegen. Nur in den vollmundigen Reden der Politik befinden wir uns angeblich auf dem richtigen Weg. Für den Fall, dass wenigstens diese Annahme zutrifft, sollte sich die Frage anschließen, wie weit hängen wir zurück? Die vier großen Energiekonzerne klammern sich an ihre Dreckschleudern und die Autoindustrie an veralteter, überholter Technik. Beide Lager haben neue Entwicklungen hochmütig belächelt und werden nun von diesen abgehängt. Schlimmer verhält sich die Agrar-Branche, die immerhin unsere Ernährung verantwortet, aber unverantwortlich agiert, widerspenstig uneinsichtig ist, lieber die Menschen weiter vergiftet und Ackerböden verseucht. Die Verlagswelt suhlt sich in der Tradition und steckt im Morast fest. Den digitalen Zug hat man naiv und widerstandslos amerikanischen Playern überlassen und wundert sich nun über den Kontrollverlust. Nicht zu Schweigen vom Finanzsektor, der sich jeglichem Zugriff entkoppelt hat und hemmungslos sein ungezügeltes Eigenleben führt. Überall schwillt das Geschrei an und fordert ausgerechnet von den Stillstand-Politikern Bewegung. Dabei ist abzusehen, dass die angedrohte Jamaika-Koalition sich lediglich gegenseitig ausbremsen wird. Um dann wenigstens für etwas Ruhe zu sorgen, wird sie den lautesten Schreihälsen nachgeben – also den Wirtschaft Lobbyisten. Allerdings verheißt dies ein weiter so wie bisher, mit all seinen negativen Begleiterscheinungen. Bereicherung weniger, Fruststeigerung beim Rest. Ebenfalls von der Politik erwartbar, sind kläglich scheiternde Reaktionen, die die unschuldige Masse auszubaden hat. Geschuldet dem selbst erzeugten Druck vergangener Fehlentscheidungen und inkompetentem Vorgehens. Von einem Zukunftsland entfernt sich Deutschland beharrlich. Mit dem derzeit angebotenem Personal ist auf Sicht auch kein Umschwenken vollziehbar. Mit leeren Worthülsen und eingerosteten Strukturen lässt sich ein Ruder nicht herumreißen. Es braucht Mut und eine unbelastete Sichtweise, um den Kurs zu wechseln. Leider sind die Aussichten hierfür betrüblich, denn selbst am Horizont zeichnet sich kein Hoffnungsschimmer ab. Traurige Zukunft.
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Nutzloser EU Verhaltenskodex


08.10.2017

Ein Kodex beinhaltet laut Duden "ungeschriebene Regeln des Verhaltens, des Handelns, an denen sich eine [gesellschaftliche] Gruppe orientiert". Festgehalten wurde der Verhaltenskodex 1998 zwar, aber unter "orientieren" hat jeder Beteiligte seine eigene Vorstellung. Wozu man sich auf ein gemeinsames Vorgehen einigt, wenn dann doch jeder sein eigenes Süppchen kocht, gehört zum typischen Politiker Verhalten: Versprechen sind zum Brechen da. Nun stellt ein Kodex lediglich eine Absichtsbekundung dar, dessen Nichtbefolgen weniger dramatisch ist. Ehre, Moral und Anstand sind hingegen auch hier gefragt. Alles keine Eigenschaften, mit denen Politiker punkten können. Statt also von Beginn an auf die Einhaltung des vereinbarten Kodex' zu pochen, ist jetzt das Geschrei umso größer – auf beiden Seiten. Die bisherigen Still-Halter entsetzen sich plötzlich und verdonnern Profiteure zu empfindlichen Steuernachzahlungen, über die sich wiederum die Begünstigten aufregen, weil sie die nicht wollen. Irland und Luxemburg packt die Angst, Apple und Amazon könnten ihre jeweiligen Standorte in den Ländern aufgeben, wenn die indirekte Subvention ausbleibt. Warum? Weil sie sonst nichts zu bieten haben und sich im Grunde für unattraktiv halten? Kein Wunder, hüllt man sich in dicke Schwaden des Hippen Gülle-Dufts der Marke "Geld" ein, entfaltet der eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Schmeißfliegen. Sind die erst einmal sesshaft geworden, wird man sie nur schwer wieder los. Es ist ein selbstverschuldetes Dilemma, dem der Kodex vorbeugen sollte. Wären wie verabredet die Waffen in Europa gleichwertig, müsste jeder mit "inneren" Werten um die Sahnestücke buhlen. Die Schwärmerei von einem einheitlichen Europa zeigt sich wieder nur als bizarrer Alptraum. Wer sein eigenen Haus nicht im Griff hat, sollte nicht mit dem Finger auf die zeigen, die sich dem entgegenstellen. Hoffnung auf Besserung besteht allerdings leider nicht, denn dazu bräuchte es Einsicht bei den Antagonisten. Aber die wollen Herrschen und nicht nur Verwalten. So wird das nichts (mehr).
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Staat als Bauherr untauglich


07.10.2017

Immer und immer wieder kann man den Finger in diese Wunde legen, ohne bei den Verursachern einen solch enormen Schmerz zu erzeugen, dass diese sich nach Heilung sehnen. Zum Einen zeugt es von deren Schmerzresistenz, zum Anderen von dem Umstand ihn einfach ignorieren zu können. Weil, fataler Weise, andere den verbockten Mist ausbaden müssen. Obwohl die Steuerzahler ständig den Karren aus dem Dreck ziehen, verursacht es nicht ausreichend Unmut, um sich entscheidend dagegen aufzulehnen. Es wird eben auf zu viele Schultern verteilt, als dass man die Belastung spürt. Außerdem kennt man es ja nicht anders. Aufgeregt wird sich am Stammtisch, ansonsten überwiegt die Resignation. Was für die Übeltäter beruhigend klingt, ist vielmehr ein vernichtendes Zeugnis. Ein Beleg des anhaltenden Stillstands. Der erodierten Basis sollen inhaltslose Wortblasen zum Durchhalten verhelfen. Eine respektlose Verhöhnung der Rechnungszahler. Die wehren sich nicht, weil vermutet wird, es wird sich nicht lohnen dafür vom weichen Sofa aufzustehen. Auf Heller und Pfennig hat auch noch niemand gesagt, wie viel der Einzelne in der Tasche mehr hätte. Es könnte zutreffen, dass damit Keiner hinterm Ofen hervorzulocken ist. Viel effektiver wäre es auch, den Entzündungsherd bei der Wurzel zu bekämpfen. Natürlich lässt sich geschenktes Geld mit Leichtigkeit und Sorgenfrei verprassen. Doch Steuern werden den Bürgern abgepresst, sie geben das Geld nicht freiwillig her. Daher haben sie ohne Zweifel einen berechtigten Anspruch auf einen adäquaten Umgang. Dass dieser Virus weltweit grassiert, legitimiert nicht sein Dasein. Überall würde die Lösung gleichfalls funktionieren: Eine Bestrafung der Verantwortlichen hätte umgehend Erfolg. Hörte das sich selbst in die Taschen lügen auf, entzöge dies der eiternden Wunde die Nahrung. Und dafür lohnt es sich dann doch das Sofa zu verlassen.
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Österreichs Seifen-Oper


03.10.2017

Es scheint ein Widerspruch zu sein, kann doch in der Schwäche Stärke liegen. Gerät man in eine Opferrolle, steigen die Sympathiebekundungen. Nun ist dem fehlerbehafteten System Mensch keine Methode zu feist, um sich im allgegenwärtigem Machtkampf Vorteile zu verschaffen. Und solange keine Wahrheiten ans Tageslicht kommen, was gerade im Politik-Zirkus eher unüblich ist, stört sich auch niemand an der schmutzigen Wäsche. Obwohl die abwegigste These bereits laut Gedacht wurde, erhielt sie umgehend den Stempel der Verschwörungstheorie. Es ist ja auch viel einfacher das Naheliegendste als logische Erklärung zu rechtfertigen. Die SPÖ diskreditiert den Spitzenkandidaten der gegnerischen ÖVP, um sich bei der anstehenden Nationalratswahl mehr Zuspruch zu verschaffen. Nun gut, Naivität gehört auch zu den menschlichen Lastern. Zu Glauben, eine derartig durchsichtige Vorgehensweise fällt nicht automatisch auf einen zurück, ist schon verboten Einfältig. Erweist sich diese These am Ende als zutreffend, hat man sich selber einen schwer reparablen Schaden zugefügt. Selten dämlich, aber nicht unvorstellbar. Natürlich forciert die betroffene ÖVP die Aufmerksamkeit auf diese Theorie. Dass sie der Initiator dieses Schmierentheaters sein könnten, ist ja auch abwegig, geradezu absurd. Wirklich? Sie ist doch der unangefochtene Profiteur. Das geschundene Kind, das mit traurig treuen Augen seine blütenweiße Weste vorzeigt. Total unschuldig und alleine der Gedanke, es könnte anders sein, ist ein Verrat der Integrität. Weil aber allerorts die Bandagen härter und der Ton rauer wird, um Macht zu erreichen, sollte gerade Abwegiges nicht leichtfertig beiseite geschoben werden. Wer hätte schon VW einen solchen Betrug zugetraut? Wie dem auch sei, in Österreich wird im Schmutz gewühlt. Ob sich so die Wahrheit finden lässt, oder lediglich Indizien als solche verkauft werden, wird sich zeigen. Zweifel sollten jedoch nicht voreilig ad acta gelegt werden. Egal welche vermeintlichen Ergebnisse letztlich präsentiert werden, das Ansehen der Politik im Allgemeinen wird den größten Schaden davon tragen.
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Fingierte Arbeitslosenzahlen


30.09.2017

Stolz verkündete der Leiter der Bundesagentur für Arbeit ein neues Rekordtief in der Arbeitslosenstatistik. Auch im abgelaufenen Wahlkampf waren die niedrigen Arbeitslosenzahlen ein gern genommenes Thema, immer verknüpft mit dem als Mahnung anmutenden Hinweis "Uns geht es so Gut wie nie". Zu den Grundlagen der Psychologie gehört, wiederhole eine Aussage ausreichend oft, dann wird sie zur Wahrheit und jeder glaubt daran. Hingegen verwundert der Automatismus in diesem Fall, existiert doch ein gesunder Argwohn gegenüber Statistiken, der nicht umsonst zu der bekannten Phrase führte, "Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast". Verantwortlich für diese Ausnahme von der Regel ist der unbedingte Wunsch nach der Wahrhaftigkeit der präsentierten Zahlen. Allerdings zeigt das Bundestagswahlergebnis, dass die bedingungslose Zustimmung bröckelt. Das vermeintliche "Gefühl" eines Ungleichgewichts basiert auf der Realität, denn tatsächlich sind die dargebotenen Quoten fingiert. Geschönt durch die Agenda 2010 einer damaligen Sozial-Grünen Regierungskoalition – was es zur Ironie macht und die Bevölkerung verhöhnt. In Wirklichkeit wären die Zahlen "unschön" und das Gegenteil von dem, was uns die Erfolgsmeldungen verkaufen wollen. Ein Großteil der Betroffenen wird herausgerechnet, was es für die doppelt Schlimm macht, suggeriert es ihnen, "ihr seid nichts Wert, taugt nicht mal für eine offizielle Statistik!" Für eine verantwortungsvolle Politik ist das beschämend. Fraglich ist, wozu das taugen soll oder wem damit gedient ist? Sich selber belügen ist eine Sache, ein ganzes Volk dagegen reiner Betrug. Kein Wunder, dass die Wut zunimmt. Außer einem Kreuz auf einem Stückchen Papier steht den Betrogenen kein Mittel zur Gegenwehr zur Verfügung und wird in der Verzweiflung für extreme Entscheidungen missbraucht. Auf Dauer lassen sich Wahrheiten nicht vertuschen. Vielmehr erlangen sie dadurch neue Dimensionen und richten bei der Offenlegung größeren Schaden an, als es hätte sein müssen. Das ist blamabel und entwürdigend.
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