Staat als Bauherr untauglich

Immer und immer wieder kann man den Finger in diese Wunde legen, ohne bei den Verursachern einen solch enormen Schmerz zu erzeugen, dass diese sich nach Heilung sehnen. Zum Einen zeugt es von deren Schmerzresistenz, zum Anderen von dem Umstand ihn einfach ignorieren zu können. Weil, fataler Weise, andere den verbockten Mist ausbaden müssen. Obwohl die Steuerzahler ständig den Karren aus dem Dreck ziehen, verursacht es nicht ausreichend Unmut, um sich entscheidend dagegen aufzulehnen. Es wird eben auf zu viele Schultern verteilt, als dass man die Belastung spürt. Außerdem kennt man es ja nicht anders. Aufgeregt wird sich am Stammtisch, ansonsten überwiegt die Resignation. Was für die Übeltäter beruhigend klingt, ist vielmehr ein vernichtendes Zeugnis. Ein Beleg des anhaltenden Stillstands. Der erodierten Basis sollen inhaltslose Wortblasen zum Durchhalten verhelfen. Eine respektlose Verhöhnung der Rechnungszahler. Die wehren sich nicht, weil vermutet wird, es wird sich nicht lohnen dafür vom weichen Sofa aufzustehen. Auf Heller und Pfennig hat auch noch niemand gesagt, wie viel der Einzelne in der Tasche mehr hätte. Es könnte zutreffen, dass damit Keiner hinterm Ofen hervorzulocken ist. Viel effektiver wäre es auch, den Entzündungsherd bei der Wurzel zu bekämpfen. Natürlich lässt sich geschenktes Geld mit Leichtigkeit und Sorgenfrei verprassen. Doch Steuern werden den Bürgern abgepresst, sie geben das Geld nicht freiwillig her. Daher haben sie ohne Zweifel einen berechtigten Anspruch auf einen adäquaten Umgang. Dass dieser Virus weltweit grassiert, legitimiert nicht sein Dasein. Überall würde die Lösung gleichfalls funktionieren: Eine Bestrafung der Verantwortlichen hätte umgehend Erfolg. Hörte das sich selbst in die Taschen lügen auf, entzöge dies der eiternden Wunde die Nahrung. Und dafür lohnt es sich dann doch das Sofa zu verlassen.

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