Tierquälerei filmen erlaubt

Es gibt doch noch Richter mit einem Gewissen am rechten Fleck, der in der Lage ist Gesetze so zu verstehen, dass über seinem Urteil am Ende verdient „Im Namen des Volkes“ steht. Der genau hinsieht und sich nicht von dem angeprangerten Untergang der Wirtschaft einschüchtern oder beeindrucken lässt. Der sich nicht der Geldmacht unterwirft, die immer weitere Kreise zieht und tief in die regulatorischen Systeme eindringt. Der sich nicht vom Gejammer selbstverliebter Verbände beeinflussen lässt, die längst jede Humanität verloren haben. Der sich zudem traut den zuständigen staatlichen Organen Versagen vorzuwerfen, weil diese über die deutlichen Missstände weggeschaut haben. Der dem Staat schon deshalb auf die Füße tritt, da dieser der Ankläger war. Für die Staatsanwaltschaft war es damit bereits die zweite Klatsche. In peinlichster Weise offenbart sich, dass der Staat seinen Aufgaben nicht nachkommt und seine Versprechungen für die hohle Hand sind. Trotz der mal wieder bewiesenen Tierquälerei handelt die Regierung nicht im erforderlichen Maße. Auch wenn sie immer betont, wie viel ihr am Tierwohl liegt, werden lediglich die Interessen der abartigen Mastbetriebe in für die Allgemeinheit verträgliche Kleider gehüllt und damit die Machenschaften der Quäler unterstützt. Während man von der Wirtschaft keine Vernunft und Moral mehr erwarten kann, weil sich damit kein Geld verdienen lässt, bestätigt dieses Urteil, dass an entscheidenden Stellen beides noch vorhanden ist. Und der Bauernverband soll doch ganz einfach mal sein arrogantes Schandmaul halten. (Erweitert 11.04.2018) Wenn Bio-Haltung nicht den idyllischen Werbefilmchen entspricht und der ekelhaften konventionellen Hühnerzucht gleicht, darf das gefilmt und im TV gezeigt werden. Das öffentliche Interesse an den wahren Zuständen, gerade unter dem Bio-Siegel, überwiegt. Ist das Urteil zwar beruhigend, sind die gemachten Aufnahmen katastrophal. Billig und Bio passt nicht zusammen. Wer nur nach dem Preis schielt, will betrogen werden.

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