Arglistiges Apple

Der Gefängnischef spricht wie üblich mit gespaltener Zunge und zeigt mit dem Finger auf alle anderen, um die Aufmerksamkeit von sich selbst abzulenken. Hierfür missbraucht er ein sehr sensibles Thema, womit er sich sicher sein kann, dass die Täuschung gelingt. Brav verteilen die Medien seine Messias gleichen Heucheleien und sparen sich den Blick hinter die Fassade.

Kaum ein anderes Unternehmen verfügt über einen so wertvollen Datenschatz wie Apple. Oder andersherum, alle Unternehmen würden sich die Finger lecken, besäßen sie einen derart personalisierten Datenbestand. Bei Apple sind die Nutzer in einer Welt aus Vorgaben, Diktat und engen Strukturen eingeschlossen. Immer unter dem Vorwand, dass es nur zum Besten der Nutzer ist und die es ja so wünschen.

Vom Klarnamen über Standorte bis zu den Einkäufen, Apple weiß über alles Bescheid und kann detaillierte Profile erstellen. Gegenüber den restlichen Datenkraken liegt der entscheidende Vorteil darin, dass sie nicht geraten oder aus bruchstückhaften Informationsbrocken zusammen gepuzzelt sind.

Einzig dadurch, dass Apple sie nicht benutzt oder zumindest nicht offenkundig oder nicht im Sinne, wie sie von Tim Cook anklagender weise den anderen vorgeworfen werden, verleiht es sich selber einen Heiligenschein. Noch. Gehen die Gewinne aus den Hardware Verkäufen zurück, wird sich die Beständigkeit seiner Aussagen offenbaren.

Unbestritten sind seine Schlussfolgerungen richtig. Wer aber mit seiner Geschäftspolitik Zensur, Diktatur und Unterdrückung der Meinungsfreiheit unterstützt, alleinig um sich die Taschen voll zu stopfen, sollte mit solchen Statements nicht hausieren gehen. Von der asozialen Steuervermeidung mal ganz zu Schweigen,

Aber spricht ihr Gott, gerät die blasierte Apple Gemeinde natürlich in Verzückung und erteilt ihre Absolution auch zu den perfidesten Auslassungen.

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